04:57 27 März 2017
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    Schweden: Flüchtlinge „lösen sich in der Luft auf“

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    Migrationsproblem in Europa (1256)
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    Rund die Hälfte der Flüchtlinge, die nach Schweden gekommen sind, verschwindet aus dem Blickfeld der Behörden, ohne das Asyl beantragt zu haben, berichtet die schwedische Fernsehanstalt SVT.

    Die Polizei ist besorgt, dass diese Menschen entweder zu Kriminellen werden oder als billige Arbeitskraft untertauchen.

    Seit dem 1. September haben rund 40.000 Flüchtlinge Asyl in Schweden beantragt. Die Polizei schätzt allerdings, dass ungefähr die gleiche Zahl der Zuwanderer ihre Registrierung verweigert hat.

    „Das bedeutet, dass sie sich irgendwo illegal aufhalten“, so Patrik Engström, Chef der Abteilung Grenzpolizei, im SVT-Interview. „Wir wissen nicht, wie sie leben und was sie treiben.“

    „Es besteht ein großes Risiko, dass sie Straftaten begehen, noch größer ist aber das Risiko, dass sie selbst zu Opfern von Kriminalität werden“, fügte Engström hinzu. „Menschen aus dieser Gruppe beanspruchen aus verständlichen Gründen sehr selten Hilfe auf offiziellem Wege. Sie können beispielsweise als billige Arbeitskraft ausgebeutet werden.“

    Trotz der zunehmenden Migrationskrise ist es in Schweden weiterhin nicht üblich, Statistiken zu veröffentlichen, die von negativen Auswirkungen der Flüchtlingswelle zeugen würden. Dies würde dem Image einer „humanitären Supermacht“ widersprechen, das Schweden anstrebt.

    Dennoch zeugen einige Quellen davon, dass sich die Kriminalität parallel zum Flüchtlingsstrom lawinenartig zunimmt. Auf der schwedischen Webseite Brottsrummet, die auf der Kriminalitätsstatistik spezialisiert ist, erscheinen einschlägige Daten, die die Entwicklung auf diesem Gebiet seit 1975 erfassen.

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    Migrationsproblem in Europa (1256)

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    Tags:
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