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01:38 20 September 2019
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    London: Scotland Yard zieht Assange-Wachen ab

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    Londoner Polizisten wurden von der Botschaft Ecuadors abgezogen – eine anscheinend beruhigende Erkenntnis für britische Steuerzahler, die dies bereits mehr als 16 Millionen Euro kostete. In Wirklichkeit ist es aber nur ein Taktikwechsel, um den WikiLeaks-Gründer Assange herauszulocken, sagte ein Sprecher der Enthüllungsplattform zu Sputnik.

    Aus einem offiziellen Bericht von Scotland Yard heißt es, dass die Londoner Polizei ihre Mitarbeiter nach mehr als drei Jahren ständiger Überwachung von der Ecuadorischen Botschaft abgezogen habe. Seitdem der Begründer der Enthüllungsplattform Wiki-Leaks, Julian Assange, in der Botschaft lebe, sei viel Zeit vergangen und trotz aller Mühe gäbe es keine zeitnahe Aussicht auf eine diplomatische oder rechtliche Lösung, heißt es weiter.

    Scotland Yard hoffe dennoch weiter darauf, den Haftbefehl früher oder später auszuführen – sobald Assange die Botschaft verlasse, werde die Polizei „alle erdenklichen Mühen“ veranlassen, um ihn festzunehmen. Eine dauerhafte Präsenz von Polizisten sei jedoch „nicht mehr länger angemessen", stattdessen werde nun eine verdeckte Operation gestärkt.

    „Es fällt ein bisschen schwer, sich in diesen Bericht hineinzulesen. Wird es nun anstelle der sichtbaren Präsenz verdeckte Ermittler geben? Die Londoner Polizei hat mehr als 12 Millionen Pfund (ca. 16 Millionen Euro) für diese lächerliche, mehr als drei Jahre andauernde Wache ausgegeben. Und jetzt setzen sie ein Geheim-Team gegen ihn ein“, sagte Kristinn Hrafnsson, offizieller Sprecher von WikiLeaks.

    Möglicherweise sei dies einfach eine Änderung der Taktik und auch die Kosten werden bleiben.

    „Es ist nicht auszuschließen, dass sie einfach versuchen, die Kosten zu verbergen, indem sie nur die sichtbaren Polizei-Offiziere abgezogen haben“, betonte er.

    Dieser Vorfall könne deshalb auch nicht als Sieg von WikiLeaks bezeichnet werden, es sei denn, die Rund-um-Bewachung würde vollkommen beendet und Julian wäre bis auf Weiteres berechtigt, sein politisches Asyl, das er im vollen Einklang mit dem Völkerrecht von der ecuadorianischen Regierung bekommen hatte, genießen dürfte.

    „Es ist offensichtlich, dass die Londoner Polizei so auf die Empörung in der Öffentlichkeit über die Ausgaben von mehr als 12 Millionen Pfund für den lächerlichen Versuch, Assange zu verhaften, reagierte“, fügte er hinzu.

    Die Webseite WikiLeaks entstand offiziell im Jahr 2007. 2010 wurde gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange in Schweden ein Vergewaltigungsvorwurf erhoben. Assange, der die Anschuldigungen als politisch motiviert zurückweist, flüchtete in die ecuadorianische Botschaft in London und bat dort um Asyl, das ihm gewährt wurde. Weil gegen ihn ein internationaler Haftbefehl besteht, kann Assange die Botschaft seitdem nicht verlassen.

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    Tags:
    WikiLeaks, Kristinn Hrafnsson, Julian Assange, London, Großbritannien