12:33 25 Februar 2018
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    Cockpit der in der Ukraine abgestürzten Passagiermaschine MH17

    Russische Luftfahrtbehörde: An MH17 entdeckte Raketensplitter womöglich gefälscht

    © Sputnik/ Maxim Blinov
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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (223)
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    Die russische Luftfahrtbehörde Rosaviazija hat die Ermittlungen des niederländischen Untersuchungsrats OVV zum Absturz des malaysischen Passagiermaschine Flug MH17 im vergangenen Jahr in der Ost-Ukraine als unbefriedigend kritisiert.

    Der am Dienstag vorgestellte Ermittlungsbericht sei auf die vorbestimmte Version angepasst worden, erklärte Rosaviazija-Vizechef Oleg Stortschewoj am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Moskau. Er unterstützte jedoch die Schlussfolgerung, dass die ukrainischen Behörden eine Verantwortung tragen, weil sie den Luftraum wegen der Kämpfe hätten schließen müssen. Kiew hätte für eine Koordination zwischen Militär und Flugsicherung sorgen müssen, sagte Stortschewoj.

    Die chemische Zusammensetzung der Raketensplitter, die angeblich am MH17-Wrack entdeckt worden seien, stimme nicht, sagte Stortschewoj. Er mutmaßte, dass diese „entdeckt“ worden seien, um die Untersuchungen in die nötige Richtung zu lenken.

    „Russland ist mit den Schlüssen des niederländischen Untersuchungsrats kategorisch nicht einverstanden“, betonte der Beamte. Die Schlüsse der Ermittler seien „grundsätzlich falsch“. „Es entsteht der Eindruck, dass die Kommission Beweise für eine im Voraus erfundene Version sammelte statt die objektiven Daten zu analysieren.“

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli 2014 im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, kamen ums Leben. In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben. Weil die meisten Opfer Niederländer waren, übernahmen die Niederlande die Leitung der Ermittlungen.

    Rund 15 Monate nach der Katastrophe hat der für die Untersuchung zuständige Sicherheitsrat der Niederlande am gestrigen Dienstag den finalen Ermittlungsbericht veröffentlicht. Darin hieß es unter anderem, dass die Maschine mit einer Buk-Rakete abgeschossen worden war. Am gleichen Tag präsentierte der Buk-Hersteller Almaz-Antey die Ergebnisse eigener Untersuchungen, bei denen sogar als Experiment ein ausgedientes Passagierflugzeug mit einer Rakate gesprengt worden war.

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    Tags:
    MH17, Oleg Stortschewoj, Russland, Ukraine
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