12:32 19 Februar 2018
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    Niederländische Experten an der Absturzstelle der Passagiermaschine MH17

    Russische Luftfahrtbehörde: Vertreter Russlands nicht an MH17-Absturzstelle gelassen

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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (223)
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    Russland hat die Niederlande gebeten, seine Vertreter an die Absturzstelle der malaysischen Passagiermaschine Flug MH17 zu lassen, jedoch eine Absage bekommen, wie der Vizechef der russischen Luftfahrtbehörde Rosaviazija, Oleg Stortschewoj, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in der "Internationalen Nachrichtenagentur Rossija Segodnja" sagte.

    „Wir hatten alles unternommen, was von uns abhing, um zur Absturzstelle des Flugzeugs zu fahren. Entsprechende Vereinbarungen wurden erreicht, wir konnten aber nicht selbständig ohne eine offizielle Erlaubnis oder eine Billigung durch den Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses an den Unfallort gelangen“, sagte Stortschewoj auf einer RIA Novosti-Pressekonferenz.

    Dem Rosaviazija-Vizechef zufolge erklärten die Niederlande die Absage mit der „Unsicherheit einer solchen Maßnahme“. Zuvor war berichtet worden, dass Russlands Experten den Unfallort der Boeing MH17 in der Ostukraine besucht hatten. Rosaviazija dementiert jedoch diese Behauptungen.

    „Wir hätten den Unfallort auch gerne besucht. Wir wandten uns an die Niederlande, an den Ausschussvorsitzenden, bekamen aber zu hören, dass das nicht ungefährlich sei. Deswegen fand diese Reise nicht statt“, so Stortschewoj weiter.

    Ihm zufolge waren Mitglieder des malaysischen und des ukrainischen Ausschusses vor Ort, aber nicht des russischen. Wer sonst noch die Absturzstelle der Boeing MH17 besucht hatte und über welche Daten verfügt, sei Russland nicht bekannt.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli aus bisher ungeklärter Ursache im umkämpften Donbass-Gebiet in der Ostukraine abgestürzt. Alle 298 Insassen der von Amsterdam nach Kuala Lumpur fliegenden Verkehrsmaschine, darunter 85 Kinder, kamen ums Leben.

    In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben. Noch vor Beginn der Ermittlungen hatten viele Kiewer und westliche Politiker die ostukrainischen Volksmilizen für den mutmaßlichen Abschuss verantwortlich gemacht und Russland eine Beteiligung vorgeworfen.

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    MH17-Absturz, Rosaviazija, Oleg Stortschewoj, Russland, Niederlande, Donbass, Ukraine
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