20:36 17 Dezember 2017
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    US-Serie Homeland

    „Homeland ist rassistisch": Graffitikünstler üben Kritik an US-Serie

    Showtime
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    Bei den Dreharbeiten in Berlin haben Graffitikünstler kritische Slogans in die US-Serie "Homeland" eingeschmuggelt. Damit wollten sie die Zuschauer auf die Propaganda und Beleidigung von Muslimen in der Serie aufmerksam machen.

    Drei Graffiti-Künstler, Heba Amin, Caram Kapp und Don Karl aka Stone, die eingestellt waren, um arabische Schriftzüge an die Wände zu sprühen, nutzen die Möglichkeit, um in der „Homeland“-Serie Kritik zu üben und diese zu verspotten. Sie mahlten Mitteilungen, wie „Homeland ist rassistisch“, „Homeland ist ein Witz, und wir haben nicht gelacht“, „Homeland ist keine Serie“ und „Homeland ist ein Schwindel“.

    Die Serie, deren fünfte Staffel 2016 im deutschen Fernsehen auf Kabel eins zu sehen sein soll, ist gut produziert und gespielt, wie auch die zahlreichen Auszeichnungen beweisen. Gleichzeitig werden die Macher jedoch längst für die rassistische Darstellung von Muslimen und eine extrem falsche Darstellung der Nahost-Politik kritisiert.

    Graffiti Artists Sabotage Homeland Set

    “Homeland is racist.” How did a group of graffiti artists hack the set of the award-winning drama?

    Posted by AJ+ on Donnerstag, 15. Oktober 2015

    Als die Künstlerin Heba Amin im Sommer einen Anruf von einem Freund bekam, der Mitstreiter für den Graffiti-Auftrag suchte, hätte sie zunächst wegen dem schlechten Ruf der Serie gezögert. Dann hätte sie jedoch zugestimmt — mit dem Plan, „Homeland“ zu „hacken“.

    “Wir treten gegen die Stereotypisierung der arabischen Kultur auf, die sich Rassismus nähert. (…) Wir kritisieren die rechtsradikale politische Botschaft der Serie. Außerdem spiegelt sie die Realität absolut falsch wieder. Menschen glauben aber daran. So erklärte die zweite ‘Homeland‘-Staffel den US-Zuschauern, dass Al Qaida vom Iran finanziert und unterstützt werde. Das ist ein totaler Unsinn, die USA und der Sender „Fox News“ stellen das aber als Tatsache hin“, sagte Don Karl aka Stone, einer der drei Graffitikünstler.

    Somit wird die Serie Stone zufolge zu einer realen Bedrohung. Wenn eine ganze Region falsch dargestellt werde, werde sich eine falsche öffentliche Meinung bilden, was dann zu falschen politischen Entscheidungen führen werde.

    Die Macher wurden auf die tatsächliche Bedeutung der Schriftzüge offensichtlich erst aufmerksam, als die Folge auf dem US-Kanal „Showtime“ ausgestrahlt wurde. Die ausführende Produktionsfirma „Studio Babelsberg“ wollte den Vorfall zunächst nicht kommentieren. Der Erfinder von „Homeland“, Alex Gansa, sagte gegenüber dem Internetportal „deadline.com“: „Wir hätten uns gewünscht, diese Bilder vor der Ausstrahlung zu entdecken.“ Zugleich bewundere er „diesen Akt künstlerischer Sabotage“.

    Tags:
    TV-Serie, Muslime, Naher Osten, Pakistan, Afghanistan, Berlin, USA
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