22:24 28 November 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    3122177
    Abonnieren

    Während mehr als die Hälfte der in Dänemark lebenden Muslime die Meinung vertreten, dass sich das dänische Recht auf die Verfassung stützen soll, sind etwa vier von zehn Muslimen in diesem Land dafür, dass sich die Gesetzgebung mehr oder weniger auf den Koran zu stützen hat.

    Laut einer vom Unternehmen Wilke im Auftrag der Zeitung „Jyllands-Posten“ vorgenommenen Studie sind 11,3 Prozent der dänischen Muslime der Ansicht, die Gesetze Dänemarks sollten sich voll und ganz auf den Koran stützen. 26,5 Prozent äußerten, dass die Gesetze zwischen dem Koran und der Verfassung balancieren sollten. Nur 53,9 Prozent der befragten Muslime sagten, die Gesetzgebung sollte sich ausschließlich auf die Verfassung stützen. Befragt wurden 702 Personen, teilt „Jyllands-Posten“ mit.

    Jens Peter Frølund, er unterrichtet Politologie an der Aarhus Universität, bewertet dieses Ergebnis als „erstaunlich“: „Ja, das ist die Mehrheit, aber man kann sich fragen, warum nicht alle so denken. Die grundlegende Regel unseres demokratischen Systems ist die Verfassung. Stellt man sich vor, dass nur die Hälfte der Dänen dieser Meinung sind, so denke ich, dass man sich Sorgen machen sollte um die Loyalität unseres demokratischen Verwaltungssystems“, äußerte  er in der Zeitung „Jyllands-Posten“.

    Jens Peter Følund bezeichnete es „fast als gegen das System gerichtet“, dass eine solche Zahl dänischer Muslime der Ansicht sei, die Gesetze sollten sich auf den Koran stützen.

    In der Ausgabe „Jyllands-Posten“ unterhielt man sich auch mit Radwan Mansour, dem Imam der Moschee Fredens Moské in Aarhus. Er unterstützte jene, die die Meinung vertreten, dass die Gesetze Dänemarks Bestimmungen  der Verfassung  und Normen des Korans vereinen sollten.

    Wie er meint, könnten der Koran und die Verfassung harmonisch miteinander koexistieren. Wenn aber Dänemark ein muslimisches Land wäre, so müsste der Koran die einzige Quelle von Gesetzen und Normen werden.

    Martin Henriksen, der Bevollmächtigte der Dänischen Volkspartei (Dansk Folkeparti, kurz DF) für Fragen der Integration, sagte gegenüber  „Jyllands-Posten“: Sollten die Dinge so stehen, würde er es vorziehen, kein Teil der dänischen Gesellschaft zu sein.

    Nach den Angaben der Dänischen Volkspartei leben in Dänemark gegenwärtig etwa 250 000 Muslime. Diese Umfrage kann die Dänische Volkspartei als ein Argument dafür nutzen, dass es an der Zeit sei, der Einwanderung nach Dänemark ein Ende zu bereiten.

    Dan Jørgensen, der Integrations-Bevollmächtigte der Sozialdemokraten, unterstützt seinen Kollegen. Er ыфпеу „Jyllands-Posten“, dass eine derartige Situation in Dänemark völlig inakzeptabel sei.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    MDR rätselt über „russischen Osten“ - Ostdeutscher kommentiert: „Das Sagen haben leider die ...“
    Mord an iranischem Atomphysiker: US-Geheimdienst hält Israel für schuldig — NYT
    Streit um Bundeswehreinsatz gegen türkisches Schiff: EU-Geheimdokument bringt neue Details ans Licht
    Norwegen begeistert von Russlands ökologischem „Weihnachtsgeschenk“
    Tags:
    Muslime, Dänemark