16:14 28 Oktober 2020
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    Knapp zwei Wochen nach dem amerikanischen Bombenangriff auf ein Krankenhaus im afghanischen Kundus hat das US-Militär auch noch das Tor der schwer beschädigten Klinik mit einem Panzerwagen durchbrochen. Das Pentagon spricht wieder von einem „Versehen“.

    Ein Panzerwagen mit amerikanischen Soldaten hatte am 15. Oktober das Tor gerammt und war auf das Gelände der Klinik der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen" (MSF) gefahren. Pentagon-Sprecher Jeff Davis bestätigte am Montag den Vorfall und sprach von einem Versehen. Die amerikanischen Soldaten hätten „irrtümlich“ gedacht, dass im zerbombten Krankenhaus niemand sei, sagte er laut AP. Mit ihrem Panzer wollten die Soldaten das Gebäude einer „Härteprüfung“ unterziehen, sagte Davis. Er versprach, dass das Pentagon den Schaden ersetzen werde.

    Die US-Luftwaffe hatte die MSF-Klinik in Kundus in der Nacht zum 3. Oktober bombardiert, als sich dort 200 Menschen aufgehalten hatten. Bei dem tödlichen Bombardement kamen 24 Menschen ums Leben, darunter mehrere Kinder. Das US-Militär bezeichnete es als „Versehen“. Doch laut Medienberichten griff die US-Luftwaffe die Klinik bewusst an, weil sie dort pakistanische Taliban-Kämpfer vermutete. Präsident Barack Obama äußerte sein Bedauern. Das Pentagon stellte den Hinterbliebenen Schmerzensgeld in Aussicht.


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    Tags:
    Pentagon, Kundus, Afghanistan