15:42 23 Oktober 2018
SNA Radio
    Eine Fernsehkamera des Ersten Deutschen Fernsehens, ARD

    ARD verfälscht erneut Bericht

    © AP Photo / Daniel Maurer
    Panorama
    Zum Kurzlink
    3815249

    Trotz der Behauptung der ARD-Intendanten, dass der Fernsehkanal seine Meldungen nicht „schönfärbt“ und auch nicht voreingenommen ist, wurde bei der Tagesschau vor einigen Tagen ein Bericht ausgestrahlt, bei dem Archivfotos aus dem Jahr 2003 als aktuelle Aufnahmen dargestellt wurden, berichtet Focus am Mittwoch.

    Die „Tagesschau“ und die „Tagesthemen“ zeigten nicht immer ein richtiges Bild der nach Deutschland drängenden Flüchtlinge, räumte vor einigen Tagen „ARD aktuell"-Chefredakteur Kai Gniffke ein. Er versicherte damals, dass die Bildauswahl nun nicht „allzu sehr“ auf „Familien mit kleinen Kindern und großen Kulleraugen“ fokussiert werde.

    Dieses Versprechen wurde auch eingehalten: Diesmal hat die Tageschau in einem Bericht über das Flüchtlingsthema tatsächlich keine großen Kulleraugen gezeigt, sondern ganz gewöhnliche deutsche Bürger, die mit einer Lichterkette gegen Fremdenhass protestieren. Doch statt aktueller Aufnahmen sind teilweise alte Bilder aus dem Jahr 2003 ohne die üblichen Kennzeichnungen gezeigt worden.

    „Wollte man hier den Zuschauer bewusst glauben machen, dass mehr Teilnehmer zu der von der SPD mitorganisierten Aktion gekommen waren, als es der Wirklichkeit entsprach? Und damit der Lichterkette eine andere, stärkere Bedeutung verleihen?“, schreibt Focus.

    In einem Gespräch mit dem Magazin rechtfertigte sich Kai Gniffke diesmal aber eher etwas zurückhaltender: Man bedauere dieses Versäumnis, die Verwendung solcher Bilder sollte natürlich unterbleiben müssen.

    Anfang der Woche hatten sich die ARD-Intendanten Lutz Marmor und Tom Buhrow  in der Talkshow „großer ARDcheck“ ihren Zuschauern und Kritikern gestellt. In der Sendung rechtfertigten sie die gestiegenen Zwangsgebühren und das bescheidene Angebot der Fernseh- und Rundfunkanstalten. Unter anderem hatte Buhrow erwähnt, dass er persönlich jedoch nicht bestätigen könne, dass ARD- und WDR-Journalisten unter Druck der Redaktion stehen würden oder dessen Berichte, wie dies im Falle des Ukraine-Konflikts behauptet werde, schön gefärbt wurden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Halber Moderator im ARD-Studio
    „Lügenpresse“ in Deutschland: Meinungsspektrum auf Schießschartengröße verengt
    Streit um ARD/ZDF-Gebühr: „Methoden werden immer rauer“
    „Lügenpresse“: Deutsche mit Emotionen-Journalismus unzufrieden
    Tags:
    ARD, Kai Gniffke, Deutschland