02:56 30 September 2020
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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    Rakka im Osten Syriens gilt als Hauptsitz der Terrormiliz „Islamischer Staat“. Doch inzwischen herrschen hier große Finanzprobleme, Nervosität und viele Deserteure, wie „Die Welt“ unter Berufung auf Insider berichtet. Die Zeitung sieht darin ein Zeichen für den Anfang vom Ende der Terrororganisation.

    An Kontrollpunkten zur Stadt, so berichtet die Zeitung, stehen langhaarige, zottelbärtige IS-Kämpfer mit Kalaschnikows und Pistolen im Halfter. Sie suchen nach Deserteuren, Spionen, Zigaretten, Alkohol und anderen Dingen, die verboten sind. „Fünf oder sechs Köpfe sind an der Zugangsstraße aufgespießt“, so „Die Welt“. Doch ansonsten gibt es in der Stadt keine Zeichen mehr vom Einfluss der Terrormiliz.

    Die Kontrolleure selbst sind penibel und gereizt, wie „Die Welt“ unter Berufung auf ihre Quelle berichtet. Sie verhaften die Einreisenden inzwischen beim geringsten Verdacht. „Die Leute vom IS sind völlig paranoid“, wird ein Insider zitiert. Darin sehe er ein Zeichen von Nervosität. Mit dem Enthusiasmus der Kämpfer sei es längst vorbei. Ihnen gehe langsam das Geld aus und sie würden militärisch stark unter Druck stehen.

    Nur 40 Kilometer nördlich von Rakka hält sich die Kurdenmiliz YPG auf. Ihre Kämpfer hätten dem IS im letzten halben Jahr mehr als 10.000 Quadratkilometer Territorium abgenommen. Innerhalb der nächsten Wochen planen sie, so „Die Welt“, eine Offensive gegen den IS, um Rakka zu befreien.

    Mit dem Ziel hätten sich die Kurden mit arabischen Einheiten der moderaten Freien Syrischen Armee, sowie christlichen und turkmenischen Milizen unter dem Namen „Die Syrischen Demokratischen Kräfte“ verbündet. Sie bekommen von den USA Munition und Waffen. Bei dem Angriff werden sie von der amerikanischen Luftwaffe unterstützt. Die Rakka-Offensive scheint der „Welt“ zufolge den Grundstein zum Aus des IS zu legen.

    Doch auch ohne eine Offensive würde sich der IS nicht mehr lange halten, behauptet „Die Welt“ unter Berufung auf einen Insider. „Jeder in Rakka könne die Auflösungserscheinungen beim IS beobachten“, wird er zitiert.

    Die IS-Kämpfer seien „nicht alle Engel, für die sie sich ausgeben“. Einige von ihnen würden wohl rauchen und Alkohol trinken.

    „Die Welt“ beruft sich zudem auf ein geheimes Netzwerk, das sich RISS, „Raqqa is being silently slaughtered“ (Deutsch: „Rakka wird langsam geschlachtet“), nennt. 18 RISS-Reporter berichten aus der Stadt. „Der IS leidet unter gewaltigen internen Querelen“, wird der Gründer von RISS, Saramad al-Dschilan, von der Zeitung zitiert.

    Es gebe eine große Kluft zwischen ausländischen und syrischen Kämpfern. Die Ausländer würden besser bezahlt, hätten bessere Unterkünfte und Autos als die Syrer, die zudem öfter an der Front und für Selbstmordattentate „verheizt“ würden. Daraus entstünden Konflikte, die oft mit Waffengewalt ausgetragen würden.

    Zerstörung eines IS-Stützpunktes in Idlib
    © YouTube / Ministry of Defence of the Russian Federation
    Hunderte von ehemaligen IS-Kämpfern seien inhaftiert und viele exekutiert worden. Insgesamt befänden sich nur etwa 3000 bis 4000 Kämpfer in Rakka. Ein islamischer Staat existiere in Rakka nicht, so al-Dschilan laut der „Welt“. „Den gibt es nur in der Propaganda des IS und ist ein Fantasieprodukt.“

    In Rakka gebe es zudem nur alle paar Tage für wenige Stunden schmutziges Wasser, Strom komme aus Generatoren.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Anti-Terror-Kampf, Die Welt, Freie Syrische Armee, Rakka, Syrien, USA