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02:24 20 Oktober 2019
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    Brand im schwedischen Flüchtlingsheim

    Schweden: Brennende Flüchtlingsunterkünfte - was nun? oder - wie weiter?

    © REUTERS / Adam Ihse/TT News Agenc
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    In einer Flüchtlingsunterkunft im Ort Oderyunga im Süden Schwedens hat es in der Nacht zum Donnerstag gebrannt, wie örtliche Medien mitteilen.

    Brand im schwedischen Flüchtlingsheim
    © REUTERS / Bjorn Larsson Rosvall
    Die örtlichen Behörden gehen von Brandstiftung aus. Das Feuer konnte schnell eingedämmt werden. Es gebe keine Verletzten, weil das Gebäude noch leer stehe. Das sei aber bei weitem nicht der erste derartige Zwischenfall in den letzten Monaten in Schweden. 

    So gab es am Dienstag in einer alten Schule im Osten Schwedens ein Brand. Im Gebäude sollten ebenfalls Flüchtlinge untergebracht werden. 

    Außerdem wurde ein Flüchtlingsheim in der Stadt Munkedal im Westen Schwedens von einem Brand in der Nacht zum Dienstag beschädigt.  

    Derartige Zwischenfälle hatten sich in Schweden zuletzt Anfang der 90er Jahre wegen des hohen Zustroms von Balkan-Flüchtlingen ereignet. Nach der Eindämmung  des Migrantenstroms gerieten die Brände aber in Vergessenheit.

    2015 beschlossen örtliche Behörden, die Koordinaten von Flüchtlingscamps aus Sicherheitsgründen geheim zu halten.

    Der schwedische Migrationsdienst erwarte in diesem Jahr bis zu 190.000 Flüchtlinge, geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Prognose hervor.

    Für 2016 rechnet der Migrationsdienst mit 100.000 bis 170.000 Flüchtlingen in Schweden. Der Dienstleiter Anders Danielsson bezeichnete die Flüchtlingssituation als beispiellos.  

    Die schwedischen Behörden hatten seit Jahresbeginn bereits etwa 100.000 Flüchtlinge aufgenommen.

    Zugleich enthält die heute präsentierte Prognose viele Momente, die Grund zum Zweifeln an den erhobenen Daten geben. 

    Der Migrationsstrom wird in vieler Hinsicht  von der Tätigkeit anderer EU-Länder abhängen. Nach Angaben des Migrationsdienstes wird der Mangel an Flüchtlingsheimen bereits im November dieses Jahres spürbar werden. 

    Bis Ende 2015 werden bis zu 45.000 Flüchtlingsunterkünfte erforderlich. Bei einer Bevölkerungszahl von 9,5 Millionen wird die Zahl der Flüchtlinge pro Person der Bevölkerung in Schweden den höchsten Stand in Europa erreichen.

     Die schwedische Regierung schließt nicht aus, dass wachsende Ausgaben für die Aufnahme von Flüchtlingen aus den für internationale Hilfsprogramme bestimmten Mitteln ausgeglichen werden könnten.   

    Der Flüchtlingszustrom wird in Schweden ganz verschieden wahrgenommen. Viele Bürger helfen den Behörden freiwillig bei der Unterbringung von Migranten. Es gibt jedoch auch andere Reaktionen: Allein in den letzten zwei Wochen wurden sechs Brände in Flüchtlingscamps registriert.  

    Die Polizei ermittelt, es bleibt aber vorläufig unklar, wer dahinter steht.  

    Bei einem Treffen zu der neuen Prognose des Migrationsdienstes nannte die schwedische Finanzministerin Magdalena Andersson die im Dokument genannten Zahlen, die für die Unterbringung von Flüchtlingen nötig sind, „unglaublich“.  

    Ihr zufolge könnten die Flüchtlingskosten zum Beispiel auf Rechnung der Reduzierung der Tagesausgaben für Kinder, die ohne Begleitung von Erwachsenen nach Schweden gekommen sind, ausgeglichen werden. Höchstwahrscheinlich werden aber auch andere Haushaltsabschnitte betroffen sein. 

    Es werde sich aber nicht um einen Steueranstieg handeln, wenigstens vorerst. „Wir werden sparen und Geld leihen“, betonte die Ministerin. 

    Nach ihrer Ansicht muss die Regierung einige Haushaltspunkte für 2016 revidieren. Auch andere EU-Staaten müssten mehr Verantwortung für die Aufnahme von Flüchtlingen übernehmen. 

     

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    Tags:
    Migranten, Schwedens Finanzministerium, EU, Anders Danielsson, Magdalena Andersson, Balkan, Europa, Schweden