20:09 06 Juli 2020
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    A321-Absturz über Sinai (104)
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    Die wahrscheinlichste Ursache des Absturzes der russischen Passagiermaschine über dem Sinai ist laut Stratfor eine Bombe an Bord.

    „Angesichts der geringen Wahrscheinlichkeit alternativer Szenarien erscheint ein Sprengsatz an Bord als die wahrscheinlichste Erklärung des Flugzeugabsturzes“, schreibt das analytische Zentrum Stratfor, das bei Experten und Journalisten als eine Art „Schatten-CIA“ gilt.

    Laut dem Bericht ist ein Abschuss der Maschine mit einer Dschihadisten-Rakete ausgeschlossen. Auch ein Versagen des Stromsystems des Flugzeugs sei unwahrscheinlich.

    Wie CBS News indessen berichtet, hat ein US-Satellit einen Hitzeblitz über der Sinai-Halbinsel im Moment des A-321-Absturzes registriert, was für eine Explosion im Kraftstoffbehälter oder Bombendetonation sprechen könnte.

    „Ein amerikanischer Infrarot-Satellit hat zum Zeitpunkt des Absturzes der russischen Passagiermaschine einen Hitzeblitz über dem Sinai fixiert. Die Daten werden noch analysiert, um herauszufinden, was genau diesen Blitz auslösen konnte“, meldet der TV-Sender. „Eine der möglichen Ursachen ist eine Bombe, eine Explosion im Kraftstoffbehälter oder in einem Triebwerk infolge einer technischen Störung könnte jedoch auch möglich sein“, so CBS News weiter.

    An der Absturzstelle der Arbus A321 der Fluggesellschaft Kogalymavia auf dem Sinai seien Fremdkörper sichergestellt worden, die nicht zur Konstruktion des Flugzeugs gehören, melden russische Medien am Dienstagmorgen. „Die Teile werden derzeit untersucht“, hieß es.

    Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow  äußerte am Montag zu den Spekulationen um den Flugzeugabsturz: „Die Ermittler nehmen gerade jetzt ihre Arbeit auf. Noch können wir nicht sagen, welche Version – je nach Untersuchungsverlauf – als wichtigste betrachtet werden wird.“ 

    „Auf jeden Fall ist es bisher vollkommen fehl am Platz, irgendwelche Vermutungen zu äußern, für die es keine Beweise gibt. Man muss zumindest erste Ergebnisse der Ermittlungsarbeiten erwarten“, fügte er hinzu.

    Der Airbus A-321 der russischen Fluggesellschaft Kogalymavia (Metrojet) war am Samstagmorgen aus bislang noch ungeklärter Ursache im Norden der Sinai-Halbinsel abgestürzt. An Bord der von Scharm el-Scheich nach St. Petersburg fliegenden Maschine befanden sich 217 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder. Niemand überlebte.

    Metrojet-Manager hatten bei einer Pressekonferenz am Montag einen technischen Defekt ebenso wie einen Pilotenfehler ausgeschlossen. Eine „äußere  Einwirkung“ auf das Flugzeug sei die einzige denkbare Möglichkeit, warum die Maschine am Samstag im Flug auseinandergebrochen sei, sagte der stellvertretende Generaldirektor der Fluglinie, Alexander Smirnow.

    Russische Behörden warnten jedoch vor verfrühten Schlussfolgerungen. Der Leiter der russischen Luftfahrtbehörde, Alexander Neradko, sagte, dass die Schlussfolgerungen des Metrojet-Managers  „nicht auf realen Fakten beruhen“.

    Die Ermittler hätten noch nicht genügend Informationen, um klare Aussagen zu den Ursachen der Tragödie zu treffen, sagte Neradko in Kairo.

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    A-321, Kogalymavia, CBS, Alexander Smirnow, Alexander Neradko, Sinai-Halbinsel