13:37 09 April 2020
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    Alles dreht sich um die Flüchtlingskrise. Sie dominiert Wünsche und Ängste der Bundesbürger genauso, wie deren Wahrnehmung der deutschen Spitzenpolitik sowie ihre Einstellung gegenüber der Kanzlerin.

    Die zum großen Teil muslimische Zuwanderung findet immer weniger Zustimmung, Merkels Beliebtheit sinkt weiter. Das ergibt der aktuelle Deutschlandtrend.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel steht mit ihrer "Politik der offen Grenzen“ im Zentrum der Kritik, berichtet Die Welt unter Berufung auf die Ergebnisse der Befragung, die im Auftrag der ARD-Tagesthemen und der Welt durchgeführt wurde. Merkel habe im Vergleich zum Vormonat weitere fünf Punkte verloren und landete damit auf Platz drei der beliebtesten Politiker. Lediglich bei 49 Prozent der Befragten fand sie Zustimmung, was den für sie niedrigsten Wert beim Deutschlandtrend seit Oktober 2011 markiert.

    Hinter der Kanzlerin landet im Ranking Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, der Merkels Asylpolitik scharf kritisiert. Im Gegenteil zu Merkel legte er sechs Punkte auf 45 Prozent zu. Doch fast ebenso viele Deutsche lehnen sowohl Merkels (60 Prozent der Befragten), als auch Seehofers (56 Prozent) Asylpolitik ab.

    Die Deutschen haben immer mehr Angst vor der aktuellen Flüchtlingskrise. In erster Linie befürchten sie einen zu großen Einfluss des Islam (78 Prozent der Befragten) und das Erstarken rechter Parteien (87 Prozent). Drei Viertel der Befragten haben Angst, dass mit dem Migrantenzustrom auch die Kriminalität zunehmen sowie die Gefahr von Terroranschlägen steigen könnte. 50 Prozent der Bürger geben an, dass sie generell Angst vor der großen Flüchtlingszahlen hätten.

    80 Prozent der Bevölkerung haben wenig oder gar kein Verständnis für rechtspopulistische und rechtsextremistische Bewegungen wie zum Beispiel Pegida. Nur 17 Prozent zeigen Sympathie für die Dresdner Gruppierung.

    Etwas mehr als die Hälfte der Bundesbürger ist der Ansicht, dass aufgrund finanzieller Ausgaben für Flüchtlinge der Wohlstand Deutschlands in Gefahr sei.

    44 Prozent der Befragten sehen derzeit eher Nachteile in der Zuwanderung nach Deutschland. Der Anteil derjenigen, die mehr Vorteile sehen, ist auf 37 Prozent gesunken. Dabei sind 56 Prozent der Ansicht, dass Zuwanderer zwar langfristig auf dem Arbeitsmarkt gebraucht würden. Doch fürchten immer mehr Deutsche, aktuell rund 50 Prozent, eine größere Konkurrenz durch Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt.

    71 der Befragten stimmten für die Einführung der Obergrenze der Flüchtlingszahlen, 69 Prozent zeigten ich einverstanden mit sogenannten Transitzonen an den Grenzen, um „Asylbewerber ohne Chance direkt abweisen zu können“, so Die Welt.

    Die Zustimmung für diese Transitbereiche hat seit Oktober um vier Prozentpunkte zugelegt. Um den gleichen Wert sinkt das Einverständnis damit, noch mehr Geld für Integrationsmaßnahmen auszugeben.

    Vor dem Hintergrund der Migrationskrise nimmt auch der Unmut über die Arbeit der schwarz-roten Bundesregierung zu, schließt Die Welt. Mit ihr seien inzwischen 57 Prozent gar nicht oder weniger zufrieden. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Dagegen äußerten sich nur noch 42 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden mit der Politik der aktuellen Bundesregierung (minus sechs Punkte).

    Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden 37 Prozent der Wähler für die Union stimmen. Das sind drei Punkte weniger im Vergleich zu Monatsbeginn. Konstant bleiben Der Welt zufolge die Werte von SPD (24 Prozent), Linkspartei (neun) und FDP (fünf). Die Grünen liegen aktuelle bei 11 Prozent (ein Punkt mehr). Den größten Gewinn erlangt mit zwei Punkten erneut die AfD. Die Partei liegt derzeit bei acht Prozent.

    Für den Deutschlandtrend befragte Infratest Dimap am 2. und 3. November 1003 wahlberechtigte Bürger. Die Befragung fand noch vor dem Flüchtlingsgipfel statt. Die Auswahl der Teilnehmer an der Telefonumfrage ist repräsentativ.

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    Tags:
    Migranten, Angela Merkel, Horst Seehofer, Deutschland