04:53 24 April 2018
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    Migranten an der russische-norwegischen Grenze

    Flüchtlinge in Norwegen: Behörden erwägen Schließung der Grenze zu Russland

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    Migrationsproblem in Europa (1281)
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    Der norwegische Minister für Justiz und öffentliche Sicherheit, Anders Anundsen, schließt nicht aus, dass der einzige Übergang an der Festlandgrenze zu Russland vorübergehend gesperrt werden kann, weil immer mehr Flüchtlinge aus dem Nahen Osten über Russland nach Norwegen kommen würden.

    Für diese Maßnahme plädieren auch der Abgeordnete Jan-Henrik Fredriksen von der in der Regierung vertretenen Progress-Partei und der Chef der oppositionellen Zentrumspartei, Trygve Vedum.

    Wie Regierungschefin Erna Solberg jedoch bei einer Fernsehdebatte erklärte, sei es sowohl für Norwegen als auch für Russland wichtig, dass die Grenze offen bleibe. Die Schließung der Grenze könne das Problem in keiner Weise lösen, so Solberg.

    In diesem Jahr sind mehr als 3000 Asylbewerber von Russland durch den Grenzübergang Storskog nach Norwegen gekommen. Bei russisch-norwegischen Konsultationen zu konsularischen Fragen am 21. Oktober hat die russische Seite erschöpfende Informationen über das Überqueren der Staatsgrenze Russlands durch Ausländer erteilt.

    Nach Angaben der norwegischen Immigrationsbehörden haben Bürger von mehr als 30 Ländern die so genannte Arktisroute benutzt, die über die russischen Städte Murmansk und Nikel führt. Da es sich um legale registrierte Migranten handelt, steht die Situation vollständig unter Kontrolle.

    Anders verhält es sich dagegen bei den Asylsuchenden, die über Schweden und seit kurzem auch über Finnland nach Norwegen gelangen. Laut den schwedischen Behörden lassen sich zahlreiche Migranten nicht registrieren und werden von den Behörden ohne die notwendigen Papiere über die Grenze gelassen.

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    Migranten, Asyl, Naher Osten, Norwegen, Schweden, Russland