12:14 22 Oktober 2018
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    Schüler in Syrien

    Russische Sprache boomt in Syrien

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    Dank den russischen Militärpiloten, die den Kampf gegen die Terroristen in Syrien führen, erfreut sich die russische Sprache unter den Schülern und Studenten in diesem Land einer wachsenden Beliebtheit. Wie die hiesigen Schul- und Hochschullehrer erzählen, haben die Schüler Schwierigkeiten mit der Aussprache zweier Buchstaben.

    Ihnen zufolge will die syrische Jugend zumindest lernen, wie man auf Russisch „Danke“ sagt, um sich bei denen zu bedanken, die sie schützen. 

    In diesem Jahr fand in Syrien ein mutiges Experiment statt: Die russische Sprache kann eines der Pflichtfächer für Schüler werden. Dank den russischen Militärpiloten wurde Russisch sehr populär bei den syrischen Schülern und Studenten.

    In der Grund- und Mittelschule lernen die syrischen Kinder als erste Pflichtfremdsprache Englisch. Ab der achten Klasse müssen sie eine zweite wählen. Zuvor war das Französisch, da Syrien mit Frankreich historisch verbunden war. Syrien war eine der französischen Kolonien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Russisch könnte jetzt aber Französisch ersetzen.

    “Seit September dieses Jahres lernen 4500 Schüler in der Provinz Latakia die russische Sprache“, sagte der Verwaltungsleiter für Bildung der Regierung der Provinz, Mohammed Kasak. Ihm zufolge sind das hauptsächlich Schüler der großen Städte — Latakia und Dschabla, in dessen Nähe sich der russische Luftwaffenstützpunkt Hmeimim befindet.

    Situation in Syrien (Archivfoto)
    © AP Photo / Muzaffar Salman, File

    Aschfan Jussef, Direktorin einer Mädchenschule mit 846 Schülerinnen, zufolge lernen 38 von ihnen seit diesem Jahr die russische Sprache – zum Vergleich: 60 Schülerinnen lernen Französisch. „Russisch wird vorerst ab der siebten Klasse unterrichtet, deswegen ist die Zahl der Lernenden nicht groß. Im nächsten Jahr kommen die Mädchen der neuen siebten dazu, somit wird die Zahl unserer Schüler, die Russisch lernen, wachsen, betonte sie.

    Wie eine Schülerin erzählte, entschied sie sich für Russisch, weil ihre Mutter Russin und aus Donezk ist. „Ich kann Russisch sprechen, wir sprechen zu Hause Russisch“, sagt sie und fügte hinzu, dass sie davon träume, Ärztin zu werden. Einer ihrer Mitschülerinnen zufolge lernt diese jetzt auch Russisch, weil ihre Eltern sagten, dass es zwischen den beiden Ländern eine feste Verbindung gebe.

    Wie der Dekan des Instituts für Fremdsprachen an der Tischrin-Universität, Avras Othman, sagte, haben im vorigen Jahr l noch 80 Studenten die russische Sprache gelernt, in diesem Jahr sind es bereits 619.

    Laut den Lehrern hängt das gesteigerte Interesse für die russische Sprache direkt mit der Stationierung der russischen Luftwaffe in Latakia zusammen. „Unsere Einwohner sind Russland für die Unterstützung im Kampf gegen die Terroristen dankbar. Sie sind auf die Freundschaft mit dieser mächtigen Großmacht stolz. Sie sehen darin Perspektiven. Später kann man das Studium in Russland fortsetzen und Ingenieurswissenschaften oder Medizin studieren. Oder man kann einfach einen russischen Offizier treffen und ihm „Danke“ sagen“, so der Dekan.

    Jelena aus Irkutsk lebt bereits seit 20 Jahren in Syrien und bringt jungen Syrern Russisch bei. „Viele Studenten sagen: Wir wollen Russisch studieren, um den russischen Piloten „Danke“ zu sagen, wenn wir ihnen auf der Straße begegnen. Die Studenten fragen mich: Wie sagt man auf Russisch ‚wir freuen uns, dass Sie hier sind‘. Oder sie interessieren sich dafür, die Sprache der Menschen kennenzulernen, die hierher kamen, um uns zu schützen“, berichtet sie.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Avras Othman, Aschfan Jussef, Russland, Syrien