11:57 16 Dezember 2017
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    Gedenken an Kristallnacht-Opfer in Kaliningrad – Trauerkundgebung am Waisenhaus

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    Eine Trauerkundgebung zum Gedenken an die sogenannte Kristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938, die den Auftakt zur systematischen Nazi-Hetze gegen die jüdische Bevölkerung Deutschlands anzeigte, hat am Montagabend in Kaliningrad (bis 1945 Königsberg, Hauptstadt der deutschen Provinz Ostpreußen) stattgefunden.

    Mitglieder der jüdischen Gemeinde und Vertreter der Öffentlichkeit der Stadt und des Umlandes sowie die in der Region tätigen Generalkonsule Deutschlands und Litauens haben für die Opfer Gedenkkerzen angezündet und Blumen am alten Waisenhaus neben der Ruinen einer Synagoge niedergelegt. Das Gebäude trägt eine Gedenktafel für die Opfer der tragischen Ereignisse der Kristallnacht.

    Diese verharmlosende Bezeichnung für die Pogromnacht wurde laut dem Oberrabbiner von Kaliningrad, David Schwedik, von den Nazis verwendet, die die zersplitterten Schaufensterscheiben der jüdischen Geschäfte gerne gesehen haben.

    Dem deutschen Generalkonsul Dr. Michael Banzhaf zufolge sei es auch heute wichtig, gegen jede Form von Antisemitismus zu kämpfen. Die Deutschen würden dabei besondere Verantwortung tragen, betonte Banzhaf.

    Infolge der vom Nazi-Regime organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahmen wurde die Synagoge auf der Insel Lomse (heute Kant-Insel) niedergebrannt. Aus den Waisenhäusern der Stadt wurden alle jüdischen Kinder vertrieben.

    Kaliningrad ist der einzige Ort im heutigen Russland, der mit dieser europäischen Tragödie zu tun hat und wo der 9. November 1938 als Gedenktag regelmäßig begangen wird.

    Tags:
    Synagoge, Nationalsozialismus (Nazismus), David Schwedik, Michael Banzhaf, Kaliningrad
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