01:05 17 Dezember 2017
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    Top Secret? Finnlands Migrationsbehörde hält Adressen der Aufnahmezentren geheim

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    Die Migrationsbehörde Finnlands hat die genauen Angaben zu den Aufnahmezentren für Flüchtlinge auf ihrer Internetsite gelöscht, um deren Sicherheit zu gewährleisten und um ruhig arbeiten zu können, wie die finnische Fernseh- und Rundfunkgesellschaft Yle mitteilt.

    Die finnische Migrationsbehörde bringt auf ihrer Internetsite keine genauen Angaben zu den Flüchtlings-Aufnahmezentren mehr. Die Behörde hatte nach einer Erneuerung der Daten über diese Zentren beschlossen, die genauen Daten künftig nicht mehr zu veröffentlichen.

    „Diese Entscheidung wurde aus Sicherheitsgründen getroffen. Wir wollen ebenso, dass unsere Mitarbeiter die Möglichkeit haben,  in aller Ruhe zu arbeiten“, begründet die Pressesprecherin der Migrationsbehörde Verna Leinonen diese Veränderungen.

    Die Flüchtlings-Aufnahmezentren im benachbarten Schweden werden immer öfter  Objekte für Angriffe seitens der Rassisten. Verna Leinonen erklärt dennoch, dass diese traurigen Ereignisse die Veränderungen auf der Internet-Site der Migrationsbehörde nicht beeinflusst hätten.

    „Wir verfolgen natürlich, was in Schweden und Finnland passiert. Dennoch war diese Veränderung nicht durch die Ereignisse in Schweden bedingt. Die Flüchtlings-Aufnahmezentren sind in erster Linie Wohnraum und keine öffentlichen Räume.“

    Auf der erneuerten Internet-Site werden die Adressen nicht mehr genannt. Man findet nur den Namen der Stadt, die Bezeichnung des Zentrums, den Straßennamen, die Angaben  der für die Tätigkeit des Zentrums verantwortlichen Organisation und die Telefonnummer. Auch die Kontaktdaten der Direktoren der Aufnahmezentren nicht mehr genannt.

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    „Auf der Site gibt es fortan nur die allgemeinen Daten, nach denen man sich mit Vertretern der Zentren in Verbindung setzen kann.

    Zum Beispiel wird die genaue Adresse des neuen Aufnahmezentrums für Flüchtlinge, das in Tampere eröffnet werden soll, nicht mehr mitgeteilt. Für die Bewohner des Stadtviertels will man eine spezielle Veranstaltung  organisieren, um sie zu informieren. Der Termin wird später mitgeteilt.“

    Seit Anfang 2015 hat es in Schweden bereits 26 Brände in Aufnahmezentren für Flüchtlinge oder in deren unmittelbarer Nähe gegeben, teilt die schwedische Ausgabe Aftonbladet mit. Allein in den letzten vier Wochen war es zu 14 Überfällen auf Aufnahmezentren in Schweden gekommen. Die Migrationsbehörde Schwedens hatte daraufhin bereits im vergangenen Monat beschlossen, die Information über Aufnahmezentren für Flüchtlinge geheim zu halten.

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