22:50 20 November 2019
SNA Radio
    Ein französischer Polizist patroulliert in Montpellier

    Terror in Europa: Islamischer Staat wechselt Strategie

    © AFP 2019 / Pascal Guyot
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)
    9575
    Abonnieren

    Die jüngsten Terroranschläge in Paris sprechen dafür, dass die Bedrohung durch die Gruppierung Islamischer Staat (IS) global wird, geht aus westlichen Presseberichten hervor.

    Wenn der Islamische Staat (IS) tatsächlich hinter den Attacken in Paris stehe, zeuge dies von Änderungen bei der Taktik der Gruppierung, deren Ziel nun darin bestehe, dass „es zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung außerhalb der territorialen Basis im Irak und in Syrien gibt“, schreibt das „Time“-Magazin.

    Wie „The Wall Street Journal“ dazu meint, „haben die USA und die westlichen Länder Milliarden Dollar ausgegeben, um die Terrornetzwerke im Irak, in Syrien, im Jemen und in Libyen zu vernichten. Doch dieser Krieg scheint unzählige Fronten zu haben.“

    Die „Financial Times“ erblickt Veränderungen in der Strategie der Terrorgruppierung. Laut der Zeitung hat sie Informationen ranghoher Mitarbeiter westlicher Anti-Terror-Behörden, die vor wenigen Monaten mitgeteilt hätten, ihre Einschätzung zu den Zielen und Ambitionen des IS außerhalb der von der Gruppierung kontrollierten Territorien von Grund auf geändert zu haben.

    Nach diesen Angaben wollte der IS einen „wirkungsvollen“ Überfall im Geiste von Al-Qaida vornehmen. Vor den Ereignissen in Paris sei es jedoch noch nicht klar gewesen, ob die Gruppierung über solche Möglichkeiten verfügt.

    Allem Anschein nach beabsichtige der IS jetzt, „seine Befähigung, Anhänger zu inspirieren, zu vervollkommnen und sich auf eine sorgfältigere Planung und Koordinierung zu konzentrieren“, so FT.

    BBC sieht in den Attacken von Paris eine neue Art des Terrorismus, der „umfangreicher und nihilistischer“ geworden sei. Für die Verbrecher sei Mord „kein Begleitprodukt einer politischen Mission mehr“, sondern „Teil eines Planes, der ihnen ihrer Meinung nach ewigen Ruhm bringen soll“.

    Die Ereignisse in Paris zeigten, dass die Terroristen „keine Prioritäten bzw. keine Hierarchie“ bei der Wahl der Ziele für einen Angriff haben, erklärt der Experte des Londoner Instituts für Rüstungsforschungen, Shashank Joshi, gegenüber BBC. Es erhebe sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob die westlichen Geheimdienste imstande seien, derartige Überfälle auf Zufallsziele zu verhindern, hieß es.

    Nach Ansicht von „The New York Times“ lässt die vom IS verübte Anschlagsserie erahnen, dass der regionale Konflikt im Nahen Osten zu einem globalen ausgeartet ist. Die Zeitung schließt nicht aus, dass die US-Behörden in Zukunft eine „aggressivere“ Strategie des Kampfes gegen die Islamisten anwenden müssen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)

    Zum Thema:

    Sarkozy drängt auf Anti-IS-Koalition mit Russland
    Nach Blutbad in Paris: Europa muss sich von Illusionen trennen
    Terror in Paris: Putin ruft die Welt zu Schulterschluss auf
    Moskau: USA sollten nach Terror in Paris ihre Prioritäten revidieren
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Anti-Terror-Kampf, Terrorismus, Al-Qaida, USA, Frankreich