19:02 20 Oktober 2018
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    Wodka Museum in Moskau

    Norwegens Geheimdienst warnt Landsleute vor Wodka und Sex in Russland

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    Wodka und Sex werden zunehmend als Lock- und Erpressungsmittel bei der Anwerbung norwegischer Bürger eingesetzt, die dienstlich nach Russland kommen, warnt der norwegische Geheimdienst PST. Abgeordnete des norwegischen Parlaments, die nach Russland fahren, werden von den Sicherheitsbeamten zusätzlich beraten, so der TV-Sender NRK.

    Allerdings verhalten sich viele Norweger nach wie vor „äußerst naiv“ und tappen oft in die geschickt gestellten Fallen, warnt der Sender.

    In einem Interview für NRK sagte Arne Christian Haugstoyl vom PST-Departement für Vereitelung von Verbrechen: „Wir haben mehrere Signale von norwegischen Bürgern bekommen, auf die Druck ausgeübt wurde mit dem Ziel, von ihnen Informationen zu bekommen, darunter für die russischen Behörden.“

    Der norwegische Geheimdienst ruft die Bürger auf, bei Russland-Reisen Vorsicht walten zu lassen und nicht so naiv zu sein. Die Mittel, mit denen die russische Aufklärung „ehrsame Norweger“, darunter Politiker und Geschäftsleute, unter Druck setze, seien Alkohol (Wodka) und „Honigfallen“, mit denen Situationen gemeint werden, wo Sex als Lockmittel genutzt wird, um vertrauliche Informationen zu bekommen, klärt NRK auf.

    Diese Methoden seien zwar nichts Neues, allerdings würden sie in der letzten Zeit immer öfter eingesetzt, glaubt der norwegischen Geheimdienstler. Das Misstrauen gegenüber den Russen ist laut dem Sender besonders nach dem Krim-Anschluss gestiegen.

    Auf eine Frage von NRK, ob Haugstoyl denn tatsächlich glaube, dass die Norweger im Ausland ihren Verstand verlieren, gibt der Geheimdienstler zu bedenken: „Genau das schwebt mir auf der Zunge, und ich möchte sagen: Ja, wir sind naiv, wenn wir in solche Länder fahren.“

    Der norwegische Sender wandte sich sogar an die russische Botschaft und bekam eine Antwort per E-Mail. Der Presseattaché der Botschaft, Andrej Kulikow, dementierte alle Beschuldigungen des norwegischen Geheimdienstes und nannte sie „anstößig“ und „nichts als Lügen“.

    Die norwegischen Abgeordneten, mit denen NRK gesprochen hat, teilten mit, dass sie bereits Warnungen und Tipps vom PST erhalten haben, die darauf abzielten, wie sie sich gegenüber russischen Politikern, Diplomaten und Geschäftsleuten zu verhalten hätten.

    „Wir vermuten, dass sehr viel totgeschwiegen wird, denn viele werden einem derart starken Druck ausgesetzt, dass sie einfach vorziehen, weder ihren Arbeitgebern noch uns etwas mitzuteilen“, brachte Haugstoyl seine Besorgnis zum Ausdruck.

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    Tags:
    Wodka, Arne Christian Haugstoyl, Andrej Kulikow, Russland, Norwegen