15:15 17 Juni 2019
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    Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze bei Wegscheid

    Umfrage zu Asyl in Deutschland: Alt-Migranten gegen Neuankömmlinge

    © AFP 2019 / DPA/Armin Weigel
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    Laut einer neuen Umfrage treten die meisten Deutschen mit eigener Zuwanderungsgeschichte wie auch die Mehrheitsgesellschaft für die Verringerung der Zahl der Flüchtlinge auf, die Deutschland aufnimmt.

    Die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die im Auftrag der "Welt am Sonntag" durchgeführt wurde, zeigt eine deutlich negative Tendenz gegenüber den Neumigranten in Deutschland.

    Rund 40 Prozent der befragten Deutschen mit Migrationshintergrund stimmen dafür, dass Deutschland weniger Flüchtlinge aufnehmen sollte, als gegenwärtig aufnimmt. Das unterstützen auch 45 Prozent der Deutschen ohne Migrationshintergrund.

    Dabei sprechen sich 24 Prozent der deutschen Einwohner mit Zuwanderungsgeschichte für den kompletten Aufnahmestopp für Flüchtlinge in Deutschland aus. Eine solche Einstellung wird von 25 Prozent der Deutschen geteilt.

    Nur acht Prozent der befragten Alt-Migranten sind dafür, dass Deutschland mehr Flüchtlinge aufnehmen soll. Sechs Prozent der Deutschen unterstützt das.

    23 Prozent der Befragten mit Migrationshintergrund sagen, dass Deutschland weiterhin so viele Flüchtlinge aufnehmen soll. Von den Deutschen ohne Zuwanderungsgeschichte sind 20 Prozent dieser Meinung.

    Wolfgang Kaschuba, Direktor des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung, erklärt die Ergebnisse der Umfrage folgendermaßen: "Alle Einwanderer wissen natürlich, dass Ressourcen knapp sind. Sie sind glücklich, wenn sie teilhaben können, und neigen — wie die biodeutschen Einheimischen — dazu zu fragen: Wird das nicht zu viel? Müssen wir jetzt teilen?".

    Nach neusten Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex sind in den ersten zehn Monaten 2015 schon mehr als 1,2 Millionen Flüchtlinge in der Europäischen Union eingetroffen. Die aktuelle Migrationskrise ist laut der EU-Kommission die größte seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

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    Migranten, Migrationspolitik, Wolfgang Kaschuba, Deutschland