17:15 20 September 2020
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    Laut einer Sputnik-Umfrage sollten deutsche Medien zu den Verwicklungen des Erdogan-Clans in IS-Ölgeschäfte besser recherchieren. Stattdessen stellt aber die deutsche Presse Moskaus Vorwürfe gegen den türkischen Präsidenten und Beweise für sein illegales Business mit Terroristen in Frage.

     

    Mehr als 5000 Leser haben an der Sputnik-Umfrage teilgenommen. Laut den Ergebnissen wünschen sich 95 Prozent, dass die deutschen Medien zur Beteiligung der Familie Erdogan an Ölgeschäften der Terrormiliz Daesh (auch IS oder "Islamischer Staat" genannt) recherchieren. Nur fünf Prozent sind dagegen.

    Solche Recherchen findet man aber kaum bei deutschen Medien. Stattdessen kann man beobachten, wie große Medienplattformen wie ARD oder Bild die Beweise Russlands zur Verwicklung des türkischen Präsidenten in illegale Ölgeschäfte der IS-Terroristen in Frage stellten.

    "Russland erhöht den Druck auf den türkischen Präsidenten Erdogan, bleibt aber Beweise für die Vorwürfe schuldig", schrieb die Bild-Zeitung am 2. Dezember.

    In einem Bericht der ARD-Tagesschau vom 5. Dezember, der übrigens von Zuschauern auf der Webseite nur mit zwei von fünf Sternen bewertet wurde, wird eine andere interessante Mitteilung veröffentlicht: Angeblich kauft Syriens Präsident Assad persönlich bei den Daesh-Terroristen ein. Und das, obwohl Assads Armee doch eigentlich gegen den IS kämpft. Beweise werden jedoch nicht vorgelegt.

    Das bemerken und kritisieren auch die Leser und Zuschauer.

    Ein User kommentiert: "Ich fasse mal zusammen: Bilder, die Tanklaster auf dem Weg in die Türkei zeigen —> ANGEBLICHE Beweise dafür, dass die Türkei dem IS Öl abnimmt. Auf der anderen Seite: Geht ein großer Teil des Öls wohl an Assads REGIERUNG —> KEINE Beweise. Bitte nochmal GRÜNDLICH und OBJEKTIV recherchieren und nicht irgendwelche Halbwahrheiten veröffentlichen!"

    Gestohlenes Öl sei die Haupteinnahmequelle der Terroristen, geht außerdem aus dem Bericht hervor. Somit sei gut, dass die USA mit ihren Luftangriffen einen Teil der IS-Öltransporter vernichtet hätten. Auf Washington wurde hier der Akzent gesetzt, obwohl weltweit bekannt ist, dass Moskau massiv die IS-Ziele, vor allem Objekte der Ölinfrastruktur und Öltransporter, aus der Luft angreift. Washington ist hier eindeutig kein Pionier. Und die Zuschauerreaktion wird prompt im Kommentarbereich deutlich.

    "Mir ist klar in diesem Propagandakrieg ist die Wahrheit das erste. Grade deshalb ist es unverschämt wie hier versucht wird Erdogan reinzuwaschen. 283 Tanklaster hat die US Air Force in 2 Jahren schon bombardiert. Die russische Luftwaffe über 500 in zwei Tagen. US-Fernsehen gibt Bilder von russischen Luftschlägen gegen IS-Öltransporte als US-Angriffe aus…", schreibt ein Benutzer auf der Tagesschau-Homepage.

     

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    Tags:
    Medienwelt, Öl, Luftangriff, Medien, Terrormiliz Daesh, Recep Tayyip Erdogan, Türkei