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20:40 20 Oktober 2019
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    Gouverneur des ukrainischen Schwarzmeergebiets Odessa Michail Saakaschwili

    Saakaschwili: Jazenjuk lässt seine Minister verhungern

    © Sputnik / Stringer
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    Der frühere georgische Präsident und Gouverneur des ukrainischen Schwarzmeergebietes Odessa, Michail Saakaschwili, hat dem Premier des Landes, Arseni Jazenjuk, vorgeworfen, Minister verhungern zu lassen.

    In einem Interview für die Sendung „Schuster-Live“ führte  Saakaschwili als Beispiel den Rücktritt des Infrastrukturministers Andrej Piwowarski an, der laut dem Gouverneur auf ein unzureichendes Gehalt zurückzuführen ist.

    Der Politiker fragte den Regierungschef in Abwesenheit, ob er wisse, mit welchen Mitteln die Mitglieder seines Kabinetts leben.

    „Kein einziger Minister kann mit 200 bis 300 US-Dollar leben. Das entspricht nicht ihrer Lebensart. Wer sind wir? Leben wir denn im Mittelalter? (…) Oder man muss ein Mönch sein, um sich nur mit Wasser und Brot zu begnügen. Ein normaler Mensch, ein Profi und Politiker kann in der Ukraine nicht Minister sein, weil er Hungers sterben wird. Ist das normal?“ fragte Saakaschwili. 

    Zuvor hatte der Rada-Abgeordnete Anton Geraschtschenko gesagt, dass Piwowarski wegen einer Lüge- und Schlammflut gegen ihn und nicht wegen des zu niedrigen Gehalts zurückgetreten sei.

    Die starke politische Krise in der Ukraine beeinflusst deren Wirtschaft und den Haushalt des Landes, das sich de facto am Rande der Staatspleite befindet. Die internationalen Kreditoren der Ukraine korrigierten im Herbst ihre Prognosen in Bezug auf die Dynamik des Bruttoinlandprodukts des Landes im Jahr 2015.

    Der IWF erwartet inzwischen die Schrumpfung des BIP der Ukraine im laufenden Jahr um elf Prozent statt bisher angenommenen neun Prozent. Die negative Prognose der Weltbank ist auf zwölf statt der früheren 7,5 Prozent angestiegen.

    Die Arbeitslosigkeit im Land wächst, die nationale Währung ist innerhalb eines Jahres auf ein Drittel ihres Wertes gesunken. Den Angaben des Finanzministeriums der Ukraine zufolge betrug der Durchschnittslohn im Land im Januar dieses Jahres 3.455 Griwna (etwa 160 US-Dollar). Das ist einer der niedrigsten Werte in Europa.

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    Tags:
    Weltbank, IWF, Andrej Piwowarski, Anton Geraschtschenko, Michail Saakaschwili, Arsseni Jazenjuk, Ukraine