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    Anti-Terror-Aktion in Belgien

    Ist Pariser Terrorist wegen Hausdurchsuchungverbot immer noch auf freiem Fuß?

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    Terroranschläge in Paris am 13. November 2015 (141)
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    Wegen eines Verbots für nächtliche Hausdurchsuchungen konnte die belgische Polizei nicht in die Wohnung eindringen, wo sich vermutlich der Drahtzieher der Pariser Anschläge, Salah Abdeslam, aufgehalten hat, berichtet am Mittwoch die Zeitung „Het laatste Nieuws“ unter Berufung auf Justizminister Koen Geens.

    Ein belgisches Gesetz sehe vor, dass keine Hausdurchsuchungen zwischen 21 und 5 Uhr morgens durchgeführt werden dürfen, so Geens.

    Laut dem Justizminister hatten die belgischen Sicherheitsdienste schon am 15. November Informationen, dass der flüchtige Hauptverdächtige Salah Abdeslam sich womöglich in einer Wohnung in Molenbeek-Saint-Jean aufhielt, konnten jedoch wegen des Nachtverbots nicht mit der Durchsuchung anfangen. Als die Erlaubnis erteilt wurde, habe jede Spur von Abdeslam gefehlt. 

    „Salah Abdeslam war auf der Liste der Verdächtigen. Wenn ich mich richtig erinnere – in der „ungefährlichsten“ Kategorie. Sein Aufenthaltsort war den Nachrichtendiensten bekannt“, sagte Geens.

    ​Zuvor hatte die Anwältin Carine Couquelet, die einen mutmaßlichen Fluchthelfer vertritt, mitgeteilt, dass der flüchtige Attentäter von Paris, Salah Abdeslam, auf seiner Flucht nach Brüssel möglicherweise eine Sprengstoffweste getragen hatte, wobei er damit sogar drei Mal von der Polizei kontrolliert worden sei.

    Am 13. November war die französische Hauptstadt von einer Anschlagsserie erschüttert worden. Bei Explosionen am Stadion Stade de France, einer Massengeiselnahme in der Konzerthalle Bataclan und Schüssen in Cafés kamen mindestens 130 Menschen ums Leben, mehr als 300 wurden verletzt. Zu dem größten Terroranschlag in der Geschichte Frankreichs bekannte sich die Terrororganisation Daesh („Islamischer Staat“), die weite Gebiete Syriens und des Irak kontrolliert.

    Bei einem Sondereinsatz der Polizei am 19. November im Pariser Vorort Saint-Denis war der mutmaßliche Drahtzieher der Anschlagsserie, Abdelhamid Abaud, getötet worden.

    Im Januar 2015 hatten Terroristen die Redaktion des Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ überfallen, dabei waren zwölf Mitarbeiter und zwei Polizisten getötet worden.

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    Terroranschläge in Paris am 13. November 2015 (141)
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    Terroranschlag, Terroranschläge in Paris, Islamischer Staat, Salah Abdeslam, Belgien, Paris, Frankreich