07:13 21 November 2017
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    Zynisches Geschäft: Türkei finanzierte IS über den Ural - Medien

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    Bürger der Türkei haben in den Ural karawanenweise Kleidung geschickt, die dort verkauft wurde. Mit dem Erlös wurden Sturmgewehre und Granaten für Daesh (auch Islamischer Staat oder IS) gekauft.

    In einem Exklusivinterview für LifeNews hat der 40-jährige Unternehmer Ali M. aus dem Ural erzählt, wie er von seinen Anwerbern in der Türkei  Jeans, Sportanzüge und Textilien bekam. Die erzielten Einnahmen wurden bis Anfang 2014 für die Finanzierung von Terrorgruppierungen wie die Taliban, al-Qaida und später des IS verwendet. 

    Ali M. wurde noch 2009 von den Türken angeworben, als er in eine Madschlis (eine religiöse Versammlung) in Jekaterinburg kam. Dort wurde radikal geprägter Islam gepredigt. Nachdem Ali sich hatte bekehren lassen, brachte sein geistlicher Vorgesetzter ihn zum Chef des Dschamaats (der Gruppe) in der Türkei.

    „Ich wurde eines Tages der rechten Hand des Mullah Amara Athalina vorgestellt, der unserem Dschamaat eine Wohnung bereitstellte. Die meisten Fragen bezüglich der Absendung besprachen sie unter sich. Der Dschamaat half nur mit Kleidung. Die Türkei ließ uns daran verdienen, statt Geldes schickten sie uns Kleidung, an der sie auch in anderen Regionen verdienten. Meine Aufgabe bestand darin, so viel Geld wie möglich zu sammeln und in die Türkei zu schicken“, erzählt Ali.  

    Der Unternehmer informierte die türkische Seite darüber, was sich am besten verkaufen ließ, und bestellte Modewaren für Russland, die nach seinen Worten allerdings von eher schlechter Qualität gewesen seien.

    Die Kleidung wurde aus der Türkei in Flugzeugen und Autos nach Russland geliefert. Jede Partie war ca. 10.000 US-Dollar wert. Die Ware verteilte Ali auf die Märkte in der Ural-Metropole Jekaterinburg, in Kurgan und Tscheljabinsk und verkaufte sie teilweise auch selbst. Damit verdiente er ca. 1.000 Euro in der Woche. Den Erlös schickte Ali dann an seine Anwerber in die Türkei.

    Einige Male flog Ali auch in die Türkei, wo er darüber belehrt wurde, wie er das Geschäft am besten aufbauen müsste, um den IS mit Waffen helfen zu können: „Das Geld vom Verkauf der Kleidung wurde für die Versorgung der Kämpfer mit Waffen, Kleidung und Essen ausgegeben. Jede Woche waren es 1.000 Dollar. Jede Woche schickte ich einen Bericht darüber, wie das Geschäft lief“, so Ali weiter.

    Die Kleider-Lieferungen bekam Ali M. aus der Türkei fast zwei Jahre lang, alle zwei Monate. Sein Profit aus den Verkäufen war eher bescheiden: 10.000 Rubel (ca. 170 Dollar) im Monat. Das Geld verbrauchte Ali laut eigenen Worten nur für das Notwendigste: Essen und Kleidung.

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    Tags:
    Islam, Terrormiliz Daesh, Ali M, Mullah Amara Athalina, Russland, Türkei
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