01:00 18 Oktober 2018
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    Soldaten patrouillieren in Belgiens Hauptstadt Brüssel, den 24. Dezember 2015

    Erhöhte Terrorwarnstufe in Europa: Geheimdienste warnen vor Anschlägen an Silvester

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    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)
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    Die Angaben der österreichischen Polizei über einen möglicherweise drohenden Terroranschlag ähneln jenen, die zuvor Belgiens Behörden zur Anhebung der Terrorwarnstufe veranlasst hatten, erklärte der belgische Innenminister Jan Jambon.

    Am Samstag verbreitete Österreichs Polizei in den Medien eine Erklärung, der zufolge mehrere europäische Hauptstädte von „befreundeten Geheimdiensten“ eine Warnung vor möglichen Terroranschlägen in der Neujahrsnacht erhalten haben.

    „Das, was in Wien bekannt gegeben wurde, stimmt voll mit dem überein, was auch wir jetzt vor uns haben: die dritte Stufe der Bedrohung, also eine ernstzunehmende Gefahr. Wobei in Wien in größerem Maße bedeutende Ereignisse, die die Teilnahme vieler Menschen vorsehen, bevorstehen. Zusätzliche Hinweise auf Anschläge liegen nicht vor. Es wurden einfach die Informationen bestätigt, über die wir verfügen“, sagte Jambon im Interview  gegenüber dem flämischen TV-Sender VTM, aus dem belgische französischsprachige Medien Auszüge veröffentlichen.

    Seine politische Partei – die nationalistische „Nieuw-Vlaamse Alliantie“ (N-VA) – möchte die Situation ändern, bemerkte er. „Die dritte Gefahrenstufe ist etwas Außerordentliches und ich hoffe, dass wir möglichst schnell zur zweiten oder sogar ersten zurückkehren können. Hält eine solche Gefahrenstufe lange an, so wird die Gefahr zur Gewohnheit, obwohl es sich um etwas sehr Ungewöhnliches handelt“, erklärte der Innenminister.

    In Belgien wurde die Terrorwarnstufe gleich am Tag nach den Anschlägen in Paris vom 13. November von der zweiten (einer wenig wahrscheinlichen Bedrohung) auf die dritte angehoben.  Eine Woche später erwachte Brüssel unter Bedingungen der höchsten – der vierten — Gefahrenstufe, die eine ernsthafte und unvermeidliche Bedrohung bedeutet. Dabei blieb im ganzen Land die dritte Gefahrenstufe erhalten. Die Behörden teilten mit, sie würden über Informationen darüber verfügen, dass man in Brüssel ähnliche Anschläge wie in Paris vorbereite. Laut dem Innenminister Jan Jambon hätte am Sonntag, dem 22. November, ein Anschlag erfolgen können.

    Die vierte Gefahrenstufe blieb im Hauptstadtgebiet bis zum 26. November erhalten. In dieser Zeit machte die Polizei landesweit Dutzende Haussuchungen und nahm Verdächtige fest. Es tauchten außerdem Hinweise darauf auf, dass der mutmaßliche Hauptverdächtige für die Terroranschläge in Paris, Salah Abdeslam, der in der Brüsseler Emigranten-Gemeinde Molenbeek wohnte, Belgien verlassen haben soll. Seitdem dauert im ganzen Land die dritte Gefahrenstufe an. Sie sieht besondere Sicherheitsvorkehrungen und ein verstärktes Patrouillieren der Straßen und belebter Orte durch die Polizei und das Militär vor.

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    Tags:
    Jan Jambon, Belgien, Österreich