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    Wirtschaftsexperte: Sanktionen passen gar nicht in heutige Welt

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    Die deutsche Wirtschaft zeigt sich ausdrücklich enttäuscht über die erneute Verlängerung der Sanktionen gegen Russland. Sanktionen und ungelöste Konflikte passen laut Wirtschaftsprofessor Dietrich Walther gar nicht mehr in die heutige Welt.

    „Sehr viele deutsche mittelständische Unternehmen, die in den letzten fünfzehn Jahren ein sehr gutes Geschäft mit Russland aufgebaut haben, leiden momentan erheblich unter den Sanktionen. Die Wirtschaft würde die Sanktionen sofort abbauen“, sagte Euro-Analytiker Professor Dietrich Walther gegenüber Sputnik News.

    „Wir können aber leider Gottes die Politik nicht umgehen, die uns vorschreibt, dass es Sanktionen geben muss“, fügte er hinzu.

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    Das Grundproblem sei natürlich die Frage, was mit der Ostukraine passiert. Dieses zentrale Thema müsse dringend geklärt werden: „Solange das nicht gelöst ist, werden wir wahrscheinlich bei den Sanktionen bleiben. Obwohl sie nicht sehr viel erreichen. Russland ist in Richtung Osten, also in Richtung Asien, frei.“

    Der Wirtschaftsexperte verstehe nicht, warum sich die Politiker immer wieder treffen, zwei Stunden darüber reden, aber im Endeffekt nichts passiert. „Das passt doch gar nicht in die heutige Welt, in ein Europa, wo alle so dicht aneinander leben“, so Walther.

    Laut dem Vorsitzenden des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft Eckhard Cordes ist „die Art und Weise, wie die Sanktionen ohne große Debatte um sechs Monate verlängert worden sind, enttäuschend.“

    Nachdem die russische Regierung in den vergangenen Monaten Signale der Deeskalation aussendete, habe sich die Wirtschaft „von den EU-Regierungschefs deutlich mehr Mut gewünscht, auf Russland zuzugehen", kritisierte Cordes gegenüber der "Süddeutschen Zeitung“.

     

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    Tags:
    Wirtschaft, Sanktionen, Europäische Union, Deutschland, Russland