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    Kölner Übergriffe: Vertrauen in Rechtsstaat erschüttert - Polizeigewerkschaft

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    Silvester-Übergriffe gegen Frauen in Köln (56)
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    Die Serie von Diebstählen und sexuellen Übergriffen der Silvesternacht in Köln könnte rechtlich unbeantwortet bleiben, wie der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, der "Passauer Neuen Presse" am Mittwoch sagte.

    „Es ist höchst ungewiss, ob es im Fall der Übergriffe in Köln auch nur zu einer einzigen Verurteilung kommen wird", sagte der DPolG-Chef. Dies könnte wiederum dazu führen, dass die Täter sich regelrecht ermuntert fühlen würden  „im Schatten der Anonymität“ weiter tätig zu bleiben.

    „Ich bin leider davon überzeugt, dass uns das in Zukunft noch weiter begleiten wird.“, betonte er.  Es sei nicht unwahr, wenn man sage, dass sich unter den Flüchtlingen nicht nur Schutzsuchende sondern auch Straftäter befänden, die sich offenbar stark genug fühlen, um sich in der Masse so zu verhalten.

    Unter den mutmaßlichen Tätern befänden sich Menschen, die zuvor schon durch Straftaten bekannt  gewesen seien. „Es wird keine Ausweisungen geben, denn Strafverfahren haben keine Auswirkungen auf Asylverfahren", erklärte er weiter.

    Das Ausbleiben  eines starken Rechtsstaats und angemessener Strafen würde das Vertrauen der Menschen in den Rechtsstaat immer stärker erschüttern. Zur selben Zeit sei die Gesellschaft allerdings jedoch nicht bereit, offen mit einem Aufschrei gegen diese Strafdelikte zu reagieren.

    „Offensichtlich ist es so, dass es hier die falschen Täter sind. Wenn es andere Täter wären, etwa Hogesa-Mitglieder, wäre der Aufschrei längst da.“, so der Gewerkschafter.

    Da es sich bei den Tätern vermutlich um Muslime und Flüchtlinge handele, bestehe bei einigen offenbar die Neigung, auf Tauchstation zu gehen, fügte er hinzu.

    Laut der Polizei hatten sich am Silvesterabend auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz etwa 1000 Männer versammelt, die „dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum“ stammten. Aus der Menge hätten sich Gruppen von Männern gebildet, die Frauen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt hätten. Polizeipräsident Wolfgang Albers sprach von Sexualdelikten in sehr massiver Form und einer Vergewaltigung. Bis Dienstagmittag stieg die Zahl der Anzeigen laut der Polizei auf etwa 90.

    Oberbürgermeisterin Henriette Reker machte unmittelbar vor dem für heute angesetzten Krisentreffen mit der Polizei deutlich, dass sie vor allem die Polizei gefordert sehe. „Die Oberbürgermeisterin kann und wird nicht akzeptieren, dass sich hier ein rechtsfreier Raum bildet“, sagte ihr Sprecher Timmer.

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    Themen:
    Silvester-Übergriffe gegen Frauen in Köln (56)
    Tags:
    Silvester, Sexualdelikte, Rainer Wendt, Köln, Deutschland