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22:33 22 September 2019
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    Einschusslöcher am MH17-Wrack

    Russische Luftfahrtbehörde: Raketensplitter an MH17-Wrack stammen nicht von Buk

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    Größe und chemische Zusammensetzung der Raketensplitter, die am Wrack der 2014 über der Ostukraine abgeschossenen Passagiermaschine MH17 entdeckt worden sind, lassen nach Angaben der russischen Luftfahrtbehörde Rosaviacia darauf schließen, dass diese Splitter nicht von einer Buk-Rakete stammen. Dies widerspricht der Darstellung der Ermittler.

    Über die neuen Erkenntnisse der Rosaviacia informiert der Chef der Behörde, Oleg Stortschewoj, in einem offiziellen Schreiben an die Leitung des niederländischen Sicherheitsrats, der zu der MH17-Katastrophe mit 298 Todesopfern ermittelt hat.

    Der niederländische Sicherheitsrat hatte in seinem Abschlussbericht im Oktober festgestellt, dass die Maschine mit einer Flugabwehr-Rakete der Serie 9М38 Buk vom Himmel geholt worden sei. Der Sprengkopf des Typs 9Н314М sei an der linken Seite des Flugzeugs explodiert, das zu dem Zeitpunkt von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, hieß es damals.

    „Das Neue und Wichtige ist, dass die Eigenschaften der Splitter, wie sie im Bericht angeführt sind, nicht den Eigenschaften der Splitterelemente eines 9Н314М-Sprengkopfes entsprechen“, so Stortschewoj in seinem Brief, der auf der Webseite von Rosaviacia veröffentlicht wurde.

    Laut Stortschewoj haben russische Spezialisten bei einem Experiment den Beschuss eines alten Flugzeugs durch eine Buk-Rakete mit 9Н314М-Sprengkopf nachgestellt.  An der Verkleidung des „Zielflugzeugs“ seien zahlreiche Doppel-T-förmige Einschusslöcher entdeckt worden. Doch die Wrackteile der Boeing-777-200 9M-MRD „weisen keine Einschusslöcher dieser Form auf“.

    Bereits im Sommer hatte eine Gruppe von Luftfahrtexperten im Internet einen inoffiziellen Ermittlungsbericht zur Boeing-Katastrophe veröffentlicht. Daraus ging unter anderem hervor, dass keine der russischen Flugabwehrraketen mit derartigen Splittern gespickt ist, wie sie am MH17-Wrack entdeckt worden waren.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli 2014 im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, kamen ums Leben. In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte.

    Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben. Weil die meisten Opfer Niederländer waren, übernahmen die Niederlande die Leitung der Ermittlungen. Noch vor Beginn der Ermittlungen hatten viele Kiewer und westliche Politiker die ostukrainischen Volksmilizen für den mutmaßlichen Abschuss verantwortlich gemacht und Russland eine Verwicklung vorgeworfen.

    Rund 15 Monate nach der Katastrophe hat der für die Untersuchung zuständige Sicherheitsrat der Niederlande am 13. Oktober 2015 den finalen Ermittlungsbericht veröffentlicht. Darin hieß es unter anderem, dass die Maschine mit einer Buk-Rakete abgeschossen worden war. Am gleichen Tag präsentierte der Buk-Hersteller Almaz-Antey die Ergebnisse eigener Untersuchungen, bei denen sogar als Experiment ein ausgedientes Passagierflugzeug mit einer Rakate gesprengt worden war.

    Sergej Pirogow

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