08:38 09 August 2020
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    Mehr als zehn Millionen Euro Entschädigung soll der italienische Staat laut einem Urteil des Europäischen Menschgerichtshofs an 371 Bürger zahlen. Bei ihnen handelt es sich aber nur um knapp 0,3 Prozent der fast 125.000 Italiener, die vor mehr als 30 Jahren durch Bluttransfusionen mit Aids, Hepatitis und anderen Krankheiten infiziert worden sind.

    Laut dem Urteil soll Italien 371 der Betroffenen mit jeweils 20.000 bis 350.000 Euro entschädigen. Rund 500 weitere Klagen wies das Straßburger Gremium ab. Insgesamt rund 120.000 noch lebende Opfer sind sich selbst überlassen.

    Von den Menschen, die in den 1990ern versehentlich infiziert wurden, seien 4.500 bereits gestorben, ohne einen einzigen Euro Schadenersatz erhalten zu haben, sagte Angelo Magrini zur Zeitung Corriere della Sera. Der Präsident des Verbandes der Transfusionsopfer war 1991 selbst mit Hepatitis C angesteckt worden und ist nun an Leberkrebs erkrankt.

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    Tags:
    Urteil, Schadenersatz, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), Straßburg, Italien