18:34 22 Juni 2017
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    Schweden: Obdachlose Landesbürger beneiden Euro-Migranten um bessere Lage - Medien

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    Die rechte Partei „Schwedische Demokraten“ (SvD) hat eine Hilfskampagne für Obdachlose in Stockholm angekündigt.

    In einem von der Stockholmer Ortsgruppe der Partei gemieteten Schiff sollen Menschen ohne festen Wohnsitz, und zwar nur Bürger Schwedens, untergebracht werden.

    Laut Jimmy Hesselbäck, dem Vorsitzenden der hauptstädtischen Parteiorganisation, widmen die Stadtbehörden den Problemen der obdachlosen Menschen ungenügend Aufmerksamkeit. Die Obdachlosen-Hilfe gelte fast ausschließlich den europäischen Migranten, wobei ihre schwedischen Unglücksgenossen zu kurz kommen würden, so Hesselbäck.

    Die Stockholmer Stadtbehörden stellen jährlich eine halbe Milliarde Kronen für Obdachlose bereit. Doch Letztere spüren nach eigenen Äußerungen keine Unterstützung.

    Der wohnsitzlose Lars Bick, der zurzeit mit der Partei „Schwedische Demokraten“ zusammenarbeitet und die Obdachlosen der Stadt vertritt, sagte in einem Interview für das unabhängige Webportal FriaTider, er habe den Eindruck, dass die Migranten aus den EU-Ländern für die Stadtbehörden viel wichtiger seien, als die Schweden.

    Bick berichtete über eine Schwedin, der vor ein paar Tagen bei der Heilsarmee in Hornstull die Übernachtungshilfe verweigert wurde, weil die Unterkunftsstätte nur für europäische Migranten bestimmt sei.

    Laut Bick steht für obdachlose Schweden in ihrem Heimatland keine Tür offen. Auch die von den Sozialdiensten angeblich garantierte Übernachtungshilfe falle manchmal aus. Bick fügte hinzu, eine Person, die weder alkohol- noch drogenabhängig sei, könne eine Unterkunft mit Übernachtung nur schwer finden, während es für Alkohol- oder Drogenabhängige spezielle Zentren gebe. 

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