19:09 29 März 2017
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    Ukrainische Panzer vor Donezk (Archivfoto)

    Exklusiv: Tschechische Abgeordnete wollen Wahrheit über Donbass ans Licht bringen

    © AFP 2017/ Sergei Supinsky
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    Trotz Protestes seitens Kiews sind zwei tschechische Parlamentsabgeordnete in den Donbass gereist, um die Geschehnisse vor Ort zu beurteilen. In einem Exklusivinterview für Sputnik hat einer der Politiker gesagt, dass er die in der Ostukraine erhaltenen Informationen an Medien weitergeben wolle, damit „alle erfahren, wie die Situation dort ist“.

    Zuvor hatte das ukrainische Außenministerium diese Reise als illegal bezeichnet. Laut dem tschechischen Abgeordneten Stanislav Mackovík wollte er zusammen mit seinem Kollegen Zdeněk Ondráček aber alles mit eigenen Augen sehen.

    „Wir wollten hierherfahren, um alles selbst zu sehen. Wir haben einen sehr starken Eindruck bekommen“, sagte er.

    Aus erster Hand habe Mackovík erfahren, wie die ukrainische Seite mit Gefangenen aus dem Donbass umgehe.

    „Menschen, die von ukrainischen Sicherheitskräften oder Söldnern gefangengenommen wurden, haben uns erzählt, welche Verletzungen sie erhalten und wie sie gelitten haben. Diese Informationen wollen wir nun an unsere Journalisten weitergeben, damit alle erfahren, wie die Situation dort ist.“

    Zwar habe der Abgeordnete seine Meinung über die Ukraine-Krise aus verschiedenen Internetquellen gebildet und nicht nur mittels der Berichte der Mainstreammedien, dennoch betonte er: „Es ist besser, das einmal zu sehen, als zehnmal zu lesen.“

    „Das, was ich zuvor über den Konflikt gedacht habe, hat sich bestätigt“, fügte Mackovík hinzu.

    Die Lage bleibt dem tschechischen Politiker zufolge weiterhin angespannt.

    „Ich glaube, dass bis heute praktisch keine Feuerpause eingehalten wird. Gestern waren wir am Flughafen, und in etwa 800 bis 1000 Metern hinter uns hat sich eine Explosion ereignet. Und wir wissen, von welcher Seite geschossen wurde.“

    Was die europäische Sicht auf den Konflikt in der Ostukraine betreffe, unterscheide sich Tschechien im Gegensatz zu anderen Staaten in der EU.

    „Unsere Meinung ähnelt  dem, was unser Präsident Miloš Zeman sagt. Er war der einzige Präsident eines EU-Staates, der am 9. Mai die Siegesfeier in Moskau besucht hatte und später auch nach China gereist war. Das zeigt unsere Meinung über die europäische Politik und die Politik unseres Landes“, so Mackovík.

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    Tags:
    Medien, Tschechien, Donbass, Ukraine
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    Alle Kommentare

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      sophie.ostermann
      Bitte auch an Merkel und EU weitergeben. Denn die haben Scheuklappen auf wenn es um die Putschregierung geht. Müssen sie natürlich aufhaben da sie ja selbst den Putsch mit finanziert haben
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      szkufar1
      Denke mal die beiden werden schon von der EU mundtod gemacht.

      .
    • Ste va de Ca
      Schade nur, dass Tschechien nicht den Mut hatte, gegen die Russland-Sanktionen zu stimmen!
    • Germane
      Merkel und Gabriel in den Donbass - Merkel kennt es ja von früher als sie dort kurzzeitig studierte!
    • Germane
      Merkel und Gabriel in den Donbass - Merkel kennt es ja von früher als sie dort kurzzeitig studierte!
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      billyvor
      "„Es ist besser, das einmal zu sehen, als zehnmal zu lesen.“

      Nanu? Damit stellt er doch glatt die Aussagen sämtlicher Schreibtischstrategen der Medien infrage. Von den "Erkenntnissen" der Politiker, die ihre Infos direkt von Dick und Doof erhalten und schlucken, gar nicht zu reden ......
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      Thomas
      Währ schön, wenn Sputnik die Berichte veröffentlicht oder als Link bringt.
      Mein Tschechisch geht nur mit meiner Übersetzerin gut.
    • Ambuya
      Bitte um Original-Videos etc. Entweder hier oder auf RT, auf Deutsch oder Englisch; Tschechisch ist ja hier im Westen auch nicht gerade eine Massensprache. Danke!

      Jedenfalls eine mutige Reise. Irgendwann wird Kiew wohl anfangen, solche ungewollten Besuche auf die einzige Art zu beenden, die sie je gelernt haben: mit Gewalt.
      "Zivilisiert" können sie ja nicht.
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