17:27 18 November 2019
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    Deutsche Polizei in Berlin

    Mutmaßliche Vergewaltigung von 13-Jähriger: Diplomat kritisiert Berliner Polizei

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    Die russische Botschaft in Berlin hat die Schlüsse der deutschen Polizei im Fall um die mutmaßliche Vergewaltigung einer 13-Jährigen in Marzahn als voreilig kritisiert.

    „Je besser wir die Situation kennen lernen, desto mehr zweifeln wir an der Begründung dieser Schlussfolgerungen“, sagte der Pressesprecher der diplomatischen Vertretung Sergej Beljajew am Donnerstag. „Die Schlüsse scheinen voreilig zu sein, was auch viele Vertreter der russischen Diaspora feststellen.“

    Beljajew lobte, dass die Berliner Staatsanwaltschaft weiter ermittle. Nach Angaben des Diplomaten „protestieren auch die Eltern des Mädchens gegen die Schlüsse der Polizei und haben bereits einen Anwalt für den Schutz ihrer Interessen engagiert.“ Die russische Seite hoffe, „dass die Wahrheit doch geklärt wird“.

    Laut dem Sprecher hat die Familie des betroffenen Mädchens  die russische Botschaft vorerst weder um Interessenvertretung noch um andere Hilfe gebeten. „Wir sind aber zutiefst besorgt, weil es sich um unsere Landsleute handelt“, so Belajew.

    Eine 13-Jährige, die aus einer deutsch-russischen Familie stammt, war am Montag vergangener Woche als vermisst gemeldet worden. Am Tag darauf wurde sie auf der Straße wieder aufgefunden. Familienangehörige berichteten dem russischen Fernsehen, das Kind sei von drei Migranten entführt und mehrfach vergewaltigt worden.

    Nach Darstellung der Polizei hat es weder eine Entführung noch eine Vergewaltigung gegeben. Die Tante des betroffenen Mädchens teilte dem russischen Radiosender RSN mit, die Familie engagiere einen Anwalt – aus der Angst, dass die Sozialbehörden das Kind wegnehmen.

    Der Anwalt Roman Igler, der die Interessen der Familie vertritt, sagte der Berliner Zeitung: „Als die Tochter wieder zu Hause war, hatte sie starke Hämatome am Körper. „Als die Eltern zur Polizei gingen, äußerte sich ein Polizist anfangs dahingehend, dass das Kind nur Quatsch erzähle.“  Der Anwalt weiter: „Wir wissen nur: Das Kind war 30 Stunden in den Händen von Personen, die es misshandelt haben.“ Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft den Fall übernommen.

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