12:11 28 März 2017
Radio
    Ex-FSB-Agent Alexander Litwinenko (Archiv)The Big Ben Clock Tower is seen through a gate during a foggy day in central London, November 2, 2015

    Kremlsprecher führt Verfahrensmodus im Fall Litwinenko auf „britischen Humor“ zurück

    © AP Photo/ Alistair Fuller © REUTERS/ Stefan Wermuth
    1 / 2
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Der Fall Litwinenko (147)
    5553851225

    Kremlsprecher Dmitri Peskow hat den Verfahrensmodus der Londoner Justiz im Fall des 2006 in London gestorbenen russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko auf den „britischen Humor“ zurückgeführt.

    Sogenannte öffentliche Ermittlungen basierten auf Geheimdaten nicht genannter Geheimdienste. Und das Urteil werde aufgrund dieser ephemerer Daten gefällt, sagte Peskow am Donnerstag vor der Presse in Moskau. „Der Bericht basiert auf Formulierungen wie ‚möglich‘ und ‚wahrscheinlich‘ und kann die Atmosphäre der Beziehungen vergiften.“ Die englischen Ermittlungen seien nicht objektiv, sagte Peskow.

    Aus dem am gleichen Tag in London veröffentlichten Bericht zu den Resultaten der Ermittlungen geht hervor, dass das britische Gericht Russland für den Tod des russischen Ex-Geheimdienstlers Litwinenko verantwortlich macht. Bei der Obduktion von Litwinenkos Leiche wurden Spuren von radioaktivem Polonium 210 nachgewiesen. Indes haben die britischen Ermittler nicht genug Beweise dafür, dass das giftige Polonium russischer Herkunft ist.

    Der russische Botschafter in London, Alexander Jakowenko, übte heftige Kritik an dem Prozess. „Wir betrachten den Fall Litwinenko und Versuche, die Gerichtsverhandlung zu verschleiern, als eine himmelschreiende Provokation der britischen Behörden“, sagte der Diplomat am Donnerstag in London. Russland stufe den Prozess als einen Versuch ein, die fehlende Kompetenz der britischen Geheimdienste zu vertuschen, betonte Jakowenko.

    Der 2000 nach Großbritannien geflüchtete Ex-Geheimdienstler Alexander Litwinenko starb im November 2006, kurz nach Erhalt der britischen Staatsbürgerschaft. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich drastisch, nachdem er im Londoner Millennium-Hotel mit den damaligen russischen Geschäftsleuten Andrej Lugowoi und Dmitri Kowtun Tee getrunken hatte. Nach seinem Tod wurde festgestellt, dass Litwinenko mit radioaktivem Polonium 210 vergiftet wurde.

    Die britische Justiz macht Lugowoi, der jetzt Abgeordneter des russischen Parlaments ist, für Litwinenkos Tod verantwortlich. Der Vorwurf schlägt hohe Wellen in London und Moskau: Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem Untersuchungsbericht zufolge „wahrscheinlich“ den Mord an Kreml-Gegner Litwinenko gebilligt.

    Lugowoi weist jegliche Anschuldigungen zurück, darunter unter Berufung darauf, dass er zuvor von britischen Experten einem Lügendetektortest unterzogen und für unschuldig befunden worden war.

     

    Themen:
    Der Fall Litwinenko (147)

    Zum Thema:

    Botschafter in London: Fall Litwinenko „himmelschreiende Provokation“
    Vergifteter Ex-FSB-Agent Litwinenko kassierte vom MI6 fast 90 000 Pfund
    Tags:
    Kritik, Giftmord, Alexander Litwinenko, Dmitri Peskow, Großbritannien, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    • avatar
      ale_xandria
      Da will man nicht die Inkompetenz des englischen Geheimdiensts vertuschen. Das war eine bewusste False Flag.

      Wahrscheinlich wurde Litwinenko vom MI6 auf diese Weise ermordet, damit man das Russland in die Schuhe schieben kann.

      Hätte das Russland machen wollen, hätte man wohl nicht diese Art gewählt.
      Gibt es denn nicht einen billigeren und unauffälligeren Weg, jemanden zu töten?

      Lugowoj hatte bei dieser Reise Frau und Sohn mit. Hätte er wirklich die beiden dieser Gefahr ausgesetzt?
    • avatar
      pepe021044Antwort anUllrich Heinrich(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Ullrich Heinrich,
      Was der Langweiler meldet sich wieder einmal?
      Verbreite weiter deine Putin-und Russlandhetze,aber langweile mich hier nicht. Capito?
    • Ullrich HeinrichAntwort anpepe021044(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      pepe021044,
      Gehen Ihnen, wie üblich, die Argumente aus? Ich vergaß: Sie hatten nie welche.
    • avatar
      Eurasier
      Wenn der Herr Litwinenko ein Russischer Agent war und für Geld sein Land verraten hat dann soll er in der Hölle schmorren. So wünschen es sich doch die Amis mit ihren Agenten.
      Also wo ist das Problem?
      Anscheinend hat Litfickschenko keine übergabe gemacht und deswegen sind die Engländer so sauer.
    • avatar
      meissner-hilden
      Ich finde, bei allem Ost/West-Pushing, man sollte mal beim Thema bleiben,
      und nicht ein unausgegorenes Thema mit einem anderen unausgegornem
      Thema versuchen zu bekämpfen.
      Auch wenn's langweilig ist.
      Wenn man die Langeweile nicht aushalten kann, sollte
      man sich mit Dingen beschäftigen, in denen man sich auskennt.
      Wo Geheimdienste im Spiel sind, ist mit humanistisch
      geprägtem Intellekt sowieso nicht mehr beizukommen.
      Eine Schweinerei ist es allerdings zu erwarten, wie
      die beiden Herren "Teetrinker" ihre Unschuld beweisen sollen,
      bzw. daß sie nichts in den Tee geträufelt haben.
      Jede Putzfrau, jeder Page in diesem Hotel hätte es tun können.
      Mit oder ohne Billigung der "Teetrinker".
    • Ambuya
      An sich mache ich das selten, soweit bin ich der Sprache mächtig, dass ich jeden Post neu formuliere, aber diese Sache ist so abgedroschen und öd, dass ich hier meinen Beitrag auf RT von heute abends im wesentlichen wiederholen werde. Das habe ich gewusst, dass das hier auch kommt und es ausnahmsweise kopiert.
      Was Peskow allerdings unter Humor versteht kann ich nicht ganz nachvollziehen, dafür ist m.M.n. die Sache zu böse. Wenn das NICHT Camerons Handschrift ist, dann weiß ich nicht mehr, wessen das sein könnte.
      -------
      Marina Litvinenko ist doch genau deshalb nach GB gegangen, damit die Sache in dieser Richtung neu aktiviert wird. Man wird ihr von britischer Seite einiges geboten haben dafür, den Briten ist ihr kranker Russland-Hass da sicher einiges wert gewesen.
      Im Laufe der Zeit (vielleicht auch durch verfeinerte Untersuchungsmethoden) ist ja herausgekommen, dass Litvinenko das Zeug vermutlich geschmuggelt hat, sich durch eine fortgesetzte Exposition bereits deutlichen Schaden zugefügt haben dürfte. Polonium gibt es ja in verschiedenen Formen, man kann es sogar - kurzfristig!!! - bei sich tragen und das dürfte er übertrieben haben. Oder wieso fanden sich in dem Flieger nach GB, den er benützt hat, verbreitete Polonium-Spuren, desgleichen in Berezovskys Büro und Wohnung? Das läuft doch nicht von alleine herum!
      Das allein hätte wohl schon genügt, ihn umzubringen.

      Was ich aber eher vermute ist, dass "sicherheitshalber" - um den Weg des wertvollen Schmuggelgutes zu verwischen - jemand noch mit einer Winzigkeit der löslichen Form des Poloniums "nachgeholfen" hat, damit Litvinenko nicht absichtlich oder versehentlich (er war ein rechter Prahlhans, dem man ein Verplappern zutrauen musste) den Empfänger verriet.
      Wie der von seinem Hass auf Patruschenko (der damalige FSB-Chef) einerseits und auf Präsident Putin andererseits zerfressen gewesen sein muss, kann man sich vorstellen. Seine buchstäblich letzten Kräfte hat der nicht dazu benützt um etwa noch familiäre Angelegenheiten in Ordnung zu bringen, sondern um Gift zu spucken! Na ja. Hat ihm nichts genützt, Berezovsky auch nicht, der wurde später auch ermordet.

      So. Wer hatte jetzt tatsächlich einen Nutzen davon? Die Frage des cui bono hat ja schon so manches Verbrechen geklärt. - Niemand hatte einen Nutzen davon. Litvinenko hatte nie genug Einfluss. Der gleiche Mist wie später bei Boris Nemzov. Ein reiner Rufmord hätte das werden sollen und das ist nicht nach Wunsch geglückt.
    • In der Ukraine wird es wohl bald wieder losgehen, dafür muss man schoneinmal vorpropagieren, damit auch der letzte weiß, wer an dem "neuen" Konflikt Schuld ist.
    • avatar
      malte-torben-berlin
      Die englischen Pudel sagen immer die Wahrheit!

      Das kann ich bestätigen! Der englische Pudel-Geheimdienst ist immer bestens informiert!

      Man erinnere sich an die Aussage Tony Blairs - gestützt auf seinen Geheimdienst - dass der Iran England und Europa innerhalb von 20 Minuten mit Massenvernichtungswaffen bestückte Raketen erreichen könne, und deshalb in Schutt und Asche gelegt werden müsse.

      Und politisch ist es sowieso derzeit geboten, Russland weiterhin zu diffamieren, weil es in Syrien für die USA und ihren Pudel nicht so läuft wie gewünscht. Für Russland hingegen läuft derzeit alles prima!
    • avatar
      pepe021044Antwort anUllrich Heinrich(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Ullrich Heinrich,
      Wenn du immer mit deinen Argumenten kommst und man sie sich hier
      anschaut,dann ist der Inhalt deiner Argumente immer der Gleiche.
      !00 % Hetze gegen Putin.------ Wenn du Langweiler keine anderen Argumente hast,dann solltest du dich mal nach Argumenten umsehen.
      Ich hätte nie gedacht,dass ich mit Leuten mal in so einer Assisprache komunizieren werde,aber mit Hetzern und Hassern kann man nur in deren Sprache komunizieren,da sie diese Sprache nur verstehen.
      Komme mal mit richtigen Argumenten und fahre mal nach Russland und spreche dort mit einfachen Bürgern über ihr Land und über Putin,dann kannst du dir ein Bild über dieses Land machen und dann kannst du hier mal mitreden.Ihr ganzen Schlauberger,angefangen von dir,über @La Deutsche Vita ,@ Vanessa,@ jan stottko, und neurdings noch der Beuterusse @ Nikita,ihr habt von Russland so wenig Ahnung,wie eine
      Beutelratte vom Kunstturnen.Null,null,null.----Wo eben nichts ist,da ist einfach nur Leere.Capito?
    • als Doppelagent hat er das verdient, was sonst !
    • La deutsche Vita
      So, so, der Lustigmann und Hundchen von Putin macht wieder Witze.
      Würde er selber es lustig finden, wenn man ihn seine Frau vergiftet hätte?
      Wewr würde ihm dann teure Uhren kaufen?
    • avatar
      Die Katze
      Wie blöd kann Mann werden Polonium zu benutzen, wenn ein einfache Autounfall reicht?. Der Gefahr entdeckt zu werden war zu Groß. Es war zum Vergleich, wie Einbrecher ohne Handschuhe.
      Es gibt auch genügend Gifte ohne Signatur.
      Auch komisch das wer es getan noch herumlauft. Und sich nicht selbst kontaminiert ist. Und der Tellerwäscher gleich mit.
    • Germane
      Ebenso gut hätte man auch Obama, Kissinger, Kerry oder Merkel verdächtigen können!
      Aber so sind die Briten mit ihrem Humor!
    • GermaneAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      jan.stottko, Hat die MH-17 auch Tee getrunken?
    • avatar
      Antwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Ich,
      das ist eine Möglichkeit, widerspricht aber dem Hass, den Litwinenko auf Putin hatte, so man Beresowskis Aussagen Glauben schenkt.
      Fest steht, dass Agenten gefährlich leben, Doppelagenten aber täglich dem Tod ins Auge sehen. Das wusste auch Litwitenko!!!
    • avatar
      Antwort anSte va de Ca(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      gabi0912,
      sehr gut, vor allem der letzte Absatz. Doch bevor Putin entscheiden konnte, war Beresowski schon tot.
    • avatar
      Die Katze
      War Putin nicht längst bei der Politik in 2006 Und nicht über alles informiert?
    • vanessa
      Was als "britischen Humor“ bezeichnet wird ist russischer
      Zynismus.
    • avatar
      billyvor
      "Britischer Humor" ist Ironie vom Feinsten, Herr Peskow; gut gemacht.
    • avatar
      norbert_srb
      Mädels, bleibt mal ruhig und seid nicht vorschnell mit Urteilen. Viel zu verworren sind die Informationen. Eine Frage sollte sich jeder aber stellen: 'Wem nützt das?' - eine Motiv frage also.
      Betrachtet man dann alle bisher vorliegenden Informationen, so könnte auch der MI6 hinter dem Mordanschlag mit Spurenlegung nach Moskau stecken, denn das ist nicht zweifelsfrei auszuschließen.
    neue Kommentare anzeigen (0)