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    Trotz Forderungen mancher Parlamentarier wird Großbritannien wegen des Falls des russischen Ex-Geheimdienstlers Litwinenko die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland nicht boykottieren, schreibt „The Times“.

    Laut dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht zu den Ergebnissen der Ermittlungen macht das britische Gericht Russland für den Tod von Litwinenko verantwortlich. Das Gericht verweist jedoch darauf, nicht über ausreichende Beweise zu verfügen, dass das giftige Polonium russischer Herkunft sei.

    Nach der Veröffentlichung des Dokuments haben einige britische Parlamentarier gefordert, eine „Magnitsky-Liste“ nach US-Vorbild zu erstellen, andere haben einen Boykott für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland empfohlen.

    Der britische Premier David Cameron schließt aufgrund der Ermittlungsergebnisse Strafmaßnahmen gegen Russland nicht aus. London werde aber die WM 2018 in Russland nicht boykottieren. „Wir streben nicht danach, einfache Bürger zu bestrafen“, sagte dazu ein Vertreter des britischen Premiers.

    Der russischen Außenamtssprecherin Maria Sacharowa zufolge bedauert Russland, dass die britischen Behörden diesen rein kriminellen Fall politisiert und damit die bilateralen Beziehungen belastet haben. Der russische Botschafter in London, Alexander Jakowenko, übte seinerseits heftige Kritik an dem Prozess. „Wir betrachten den Fall Litwinenko und Versuche, die Gerichtsverhandlung zu verschleiern, als eine himmelschreiende Provokation der britischen Behörden“, sagte der Diplomat am Donnerstag in London.

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    Tags:
    Weltmeisterschaft, Fußball, Boykott, Alexander Litwinenko, David Cameron, London, Großbritannien, Russland