16:31 22 November 2019
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    Verbrecher ohne Gesicht: Schwedisches Fernsehen „hilft“ der Polizei

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    Die Stockholmer Polizei hat um Hilfe bei der Fahndung nach einem Verbrecher gebeten. Der hatte am 5. Januar in der U-Bahn eine Frau angegriffen, die ihn bei einem Diebstahl gestört hatte. Der Verbrecher wurde erst am 22. Januar gefasst. Vielleicht deswegen, weil einer der führenden Sender Schwedens das Gesicht des Mannes verpixelt hatte?

    Eine junge Frau, die am 5. Januar mit zwei Kindern in der U-Bahn unterwegs war, hatte bemerkt, dass ein Mann eine ältere Dame bestehlen wollte. Sie schrie ihn an und bekam dafür einen Schlag und Spucke ins Gesicht. Der Mann konnte danach fliehen.

    Das tolerante schwedische Fernsehen konnte der Polizei kaum behilflich sein: In dem Bericht über das Verbrechen war das Gesicht des Mannes bis zur Unkenntlichkeit verpixelt. Dem folgte eine Sarkasmus- und Empörungswelle in den sozialen Netzwerken.

    „Eine gute Idee, das Gesicht zu verpixeln, SVT. Sonst wird man ihn erkennen und fassen“, heißt es in einem Twitter-Kommentar.

    „Warum verschleiern sie sein Gesicht, wenn die Polizei schon ausdrücklich um Hilfe bei der Fahndung gebeten hat?“, fragt sich eine andere Twitter-Nutzerin.

    Die Journalisten vom schwedischen Fernsehen bleiben aber selbstsicher: „Das Hauptprinzip von SVT lautet: Wir zeigen nie die Gesichter von Verdächtigen, die noch nicht verurteilt sind. Wir sind kein Gericht, wir können nie alle Umstände kennen“, erklärt der Sender seine Position via Facebook.

    Mannen som för två veckor sedan attackerade en kvinna framför hennes barn vid Gamla stans tunnelbanestation greps på fredagseftermiddagen i norra Stockholm.

    Posted by SVT Nyheter Stockholm on Freitag, 22. Januar 2016

     

    Vielleich hat es gerade deswegen so lange gedauert, bis der Täter gefunden wurde?

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    Polizei, Schweden