19:09 29 März 2017
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    Kölner Terrorfahndung: Mutmaßlicher Bombenbauer nur passionierter Biker?

    © REUTERS/ Wolfgang Rattay
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    Weil ein „arabisch aussehender“ Mann unweit von Köln verdächtige Chemikalien gekauft hat, leitete die Polizei die Fahndung nach ihm ein. Den ganzen Tag sorgte diese Nachricht für Aufregung in der ganzen Stadt, schon befürchtete man die Absage des Rosenmontagszugs. Schließlich stellte sich der Chemikalienkäufer selbst der Polizei.

    Nach Angaben der Bild-Zeitung hat sich der Mann, der am Vorabend eine große Menge von Ammoniumnitrat gekauft hat, noch am selben Tag der Polizei gestellt, offensichtlich nachdem er sein eigenes Konterfei von den Baumarkt-Kameras in den Nachrichten gesehen hat.

    „Die offenbar gesuchte Person hat sich bei der Polizei gemeldet. Vieles deutet darauf hin, dass es sich bei der Person tatsächlich um den von uns gesuchten Mann handelt, der im Baumarkt die Chemikalien gekauft hat“, zitiert das Blatt einen Polizeisprecher.

    Der Kauf der Stoffe, die bei entsprechenden Kenntnissen in ein explosives Gemisch verwandelt werden könnten, habe aber offensichtlich einen „harmloseren Hintergrund“, so Bild.

    Die Kölner EXPRESS-Zeitung berichtete, dass der der Mann bei seiner Vernehmung angab, die Chemikalien für sein Motorrad gekauft zu haben – um es zu beizen.

    Ob das nun der Wahrheit entspricht oder nicht — immerhin können die Rosenmontagszugs-Fans aufatmen: „Wir bleiben erst mal gelassen. Die Polizeibeamten in Köln sehen derzeit keinen Kausalzusammenhang zwischen der Fahndung und dem Rosenmontagszug“, sagte der Kölner Umzugsleiter Christoph Kuckelkorn am Vorabend.

    Tags:
    Terrordrohung, Köln, Deutschland
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    Alle Kommentare

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      schlesier
      Ammoniumnitrat für´s Motorrad ??? In Köln ist wirklich Karneval .
    • Ader
      Werner Brösel, der hätte angegeben... "Da brau ich mir Bölkstoff raus"...
    • Biker sind schon arg gefährlich, da hat die Kölner Polizei dann wohl recht.

      Wir erinnern uns noch alle an die "ultragefährlichen" Biker, die im Frühling nach Deutschland kommen wollten, um Blumen an den Gräbern und Ehrenmalen ihrer Väter ab zu legen, die im Kampf gegen das Naziregime gefallen sind.

      Auch diese waren gemäß der deutschen Polizei so gefährlich, das man Visa widerrufen mußte. Zusätzlich mußte eine polizeiliche Rundumüberwachung angeordnet werden und Hundertschaften in Bereitschaft versetzt werden, um dem Terror zu begegnen, den die fünf, die tatsächlich durch kamen, verursacht haben.

      Eben wie meine Frau Mama damals zu sagen pflegte: "Nein, du machst keinen Motorradschein - das ist viel zu gefährlich..."

      Manchmal dauert es eben Jahrzehnte, um dahinter zu kommen, was sorgenvolle Mamas so im Kopf haben, wenn sie etwas verbieten.

      Ich danke jedenfalls der Bundesrepublik Deutschland dafür, das sie diesen interfamiliären Streitpunkt nach nun über 30 Jahren endlich bei legen konnte. Mama, jetzt habe ich verstanden, was du meintest.
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