01:16 11 Dezember 2016
Radio
    Pegida-Marsch in Köln

    Expertin: Übergriffe auf Frauen gut geplante Aktion zur Destabilisierung Europas

    © REUTERS/ Wolfgang Rattay
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Migrationsproblem in Europa (1224)
    671561725712

    Zerschlagene Schaufensterscheiben und angezündete Autos hätten keine solche Reaktion und keine solche Welle der Empörung ausgelöst, wie sexuelle Belästigungen von Frauen, meint Anna Glasowa, stellvertretende Direktorin des Russischen Instituts für Strategiestudien und Leiterin des Zentrums für Asien und Nahost.

    „Den Organisatoren dieser geplanten Aktion ging es darum, dass die einheimische Bevölkerung auf die Straße geht und anfängt, die Leute aus dem Nahen Osten zu verprügeln. Ihr Ziel ist es, die Situation in Europa zu destabilisieren und einen ernsthaften Konflikt zwischen den Religionen und den Zivilisationen zu provozieren. Zuerst wurde der zielgerichtete Flüchtlingsstrom nach Europa organisiert, dann folgten die Übergriffe auf Frauen. Und die Medien zeigen die Migranten aus dem Nahen Osten einseitig, in den Augen der Europäer sehen sie wie Barbaren aus, die sich auf eine Frau stürzen, sobald sie eine erblicken.“

    Die Orient-Expertin fügt hinzu, dass weder in Syrien noch in Marokko oder Tunesien (vor der Revolution waren das ruhige Länder) keine derartigen Belästigungen von Frauen gegeben hatte. „Übergriffe auf Frauen in Europa verüben nicht jene, die mit ihren Familien vor dem Krieg geflohen sind und sich in ein neues Leben integrieren wollen, sondern immer mehr junge Männer, die ohne Frauen und Kinder gekommen sind. Und nicht sie sind es, die zahlen, um nach Europa zu gelangen, sondern sie werden dafür bezahlt – und es handelt sich um beträchtliche Summen.“

    Glasowa ist sich sicher, dass das Ziel solcher „Flüchtlinge“ ist, die Situation auf dem Territorium der Europäischen Union zu destabilisieren. In dem Buch ihrer Arbeitsgruppe unter dem Titel: „IS als Bedrohung der internationalen Sicherheit“ schreibt sie, dass der „Islamische Staat“ ein besonderes Phänomen ist und der Maßstab seiner Tätigkeit über den Rahmen selbst einer so großen terroristischen Organisation hinausreicht. Der IS sei ein globales dschihadistisches Projekt, dessen Endziel die Veränderung der gegenwärtigen Weltordnung ist.

    Eine besondere Gefahr sehen die russischen Arabisten darin, dass sich der IS in einen Anziehungspunkt für terroristische Gruppierungen verwandelt hat, die in vielen Regionen der Welt agieren. Die Hauptsache aber ist, dass die Terroristen noch nie über derart ernsthafte finanzielle Ressourcen verfügt und so große Territorien unter ihre Kontrolle gebracht haben.

    Die Bedrohung durch den IS besteht nicht so sehr in der Zahl seiner Kämpfer und den modernen Waffen in ihrem Besitz, sondern darin, dass für viele Muslime die Idee, ein Kalifat zu schaffen, so attraktiv ist.  Sie nehmen sie als die Realisierung ihres Traumes von einem „gerechten“ Staat wahr, so wie sie ihn sich vorstellen, im Gegensatz zu den autoritären und korrupten Regierungen des Orients und zu den der muslimischen Welt fremden Ideen des Westens. Besonders groß ist die Anziehungskraft des IS in jenen Ländern, die eine langwährende Destabilisierung erleben, die oft durch eine äußere militärische Einmischung ausgelöst wurde.

    Charakteristisch ist, das der IS bestrebt ist, strategisch wichtige Territorien zu erobern, zum Beispiel Küstengebiete am Mittelmeer oder Regionen, wo sich große Öl- und Gasvorkommen befinden und deren Erschließung und Förderung im Gange ist. Das garantiert den Terroristen stabile Einnahmen und Einfluss auf jene Länder, die von Kohlenwasserstoff-Lieferungen abhängen.

     

    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1224)

    Zum Thema:

    Übergriffe in Köln waren organisiert – BKA-Chef
    Lawrow zum Fall Lisa: Moskau fordert von Deutschland mehr Transparenz
    Vom Sex-Täter zum Sex-Objekt: Minderjährige Migranten bei Finninnen heißbegehrt
    Tags:
    Übergriffe, Destabilisierung, Nahost, Europa

    Top-Themen

    • Türkei: Autobombenanschlag auf die Sondereinsatzpolizei in Istanbuler Viertel Besiktas

      Zwei Explosionen in der Nähe des Fußballstadions Besiktas haben am Samstagabend Istanbul erschüttert. Dabei sind mindestens 15 Menschen getötet und mehr als 70 weitere verletzt worden, teilte der TV-Sender NTV mit. Ihm zufolge ist die Explosion einer Autovombe die Ursache gewesen.

      0 2242
    • Nicht nur für Mittellose – Spartipps der etwas anderen Art

      Jeder hat bestimmt schon mal von einer Oma gehört, die Papierteller abwäscht, weil sie Krieg und Hungersnot miterlebt hat und seitdem sparsam mit den Dingen umgeht. Tja… das kann man toppen, wie die seltsamen Spartipps beim Online-Forum „Reddit“ beweisen.

      23483
    • Wörterbuch (Symbolbild)

      In Österreich ist das Wort des Jahres gewählt worden, berichtet Der Spiegel. Und dieses kann man wahrlich als Megawort bezeichnen, denn es ist ganze 51 Buchstaben lang und lautet „Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung“. Wer das Wort beim ersten Mal fehlerfrei aussprechen kann, erhält eine Mozartkugel.

      41093
    • Nato-Soldaten in Lettland

      Einen Tag vor dem Amtsantritt des neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump sollen US-Truppen in Deutschland eintreffen, wie die Zeitung „The Wall Street Journal“ unter Verweis auf das US-Militär mitteilt.

      3816406
    • Bild von Donald Trump

      Trumps enge Vertraute und Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway wird ihren Worten zufolge immer wieder wegen des Vorgehens der Anhänger von Hillary Clinton und der Demokraten gedroht.

      63683
    • Nato

      Nach Presseberichten gab es an einem Berliner Seeufer im letzten Sommer was zu feiern. Danach soll der künftige deutsche Botschafter bei den Vereinten Nationen, Herr Christoph Heusgen, die Laudatio bei einer Preisverleihung auf den Kommunikationschef der Nato, Mister Jamie Shea, gehalten haben. Kein Wunder, was da geschah.

      394609