19:48 21 Oktober 2018
SNA Radio
    Flüchtlinge in Finnland

    Flüchtlinge ante portas: Finnlands Premier eilt nicht mit Hausübergabe

    © REUTERS / Panu Pohjola/Lehtikuva
    Panorama
    Zum Kurzlink
    0 918

    Vor 5 Monaten hat der finnische Premierminister Juha Sipilä das Versprechen gegeben, Ende 2015 oder Anfang 2016 Flüchtlinge in seinem eigenen Haus unterzubringen. Da diese Nachricht weite Kreise gezogen hat, wird das „aus Sicherheitsgründen“ nun wohl doch nicht geschehen, wie der Politiker in einem Interview einräumte.

    „Das Angebot gilt immer noch. Aber ich bat Sicherheitsexperten zu beurteilen, wie sicher der Einzug einer Familie mit Kindern wäre. Nach dem heutigen Stand wäre das wegen der umfassenden Berichterstattung allerdings nicht angemessen“, sagte Sipilä. 

    Solange eine Unterkunft in seinem eigenen Haus nicht sicher sei, werde er nach anderen Wegen suchen, um eine Flüchtlingsfamilie unterzubringen.
    Er bestreite allerdings, dass seine Einladung, die er noch im September gemacht hatte,  dem  rasanten Anstieg  des Flüchtlingsstroms gedient habe.

    „Einen solchen Effekt gab es natürlich nicht. Es kamen ungefähr genauso viele Menschen nach Norwegen, nach Schweden kamen um ein Vielfaches mehr“, so der Politiker.

    Anfang September hatte Sipilä  vorgeschlagen, Flüchtlinge in seinem eigenen Haus in der Gemeinde Kempele im Norden Finnlands unterzubringen. Außer dem Haus besitzt Sipilä noch eine Immobilie in der Gemeinde Sipoo sowie eine Wohnung in Helsinki. 

    Am vergangenen Donnerstag hatte Finnlands Innenministerium angekündigt, rund zwei Drittel aller Asylbewerber abzuschieben.

    Nach Angaben der Internationalen Migrationsorganisation (IOM) sind in den ersten 26 Tagen des laufenden Jahres mehr als 47.000 Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern auf dem Seeweg nach Europa gekommen. 2015 waren es nach offiziellen Angaben insgesamt genau 1.011.712 Menschen. Nach Einschätzung der EU-Kommission ist die gegenwärtige Migrationskrise die schwerste seit dem Zweiten Weltkrieg.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Finnland: Kein Paradies gefunden – Flüchtlinge ziehen Asylanträge zurück
    Finnische Polizei verhindert "Kölner" Aktion in Helsinki
    „Frustrierende“ EU-Realität in Finnland: Flüchtlinge kehren zurück nach Irak - Medien
    Tags:
    Migranten, Migrationspolitik, Juha Sipilä, Finnland