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18:03 21 Oktober 2019
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    Guardian-Zeitung (Symbolfoto)

    „Guardian” verbietet Kommentare zu Migration, Islam und Rassenthematik

    © AFP 2019 / Ben Stansall
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    Die britische Zeitung „The Guardian“ hat jüngst den Nutzern ihrer Internet-Ausgabe mitgeteilt, dass Artikel zu brisanten und hochaktuellen Themen künftig nicht mehr kommentiert werden können. Zu Themen wie Rassenzugehörigkeit, Migrationsproblemen sowie Verbreitung des Islams wird diese Funktion in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen.

    „The Guardian“ gibt an, dass Autoren von Artikeln zu besonders umstrittenen Fragen, die zum Beispiel Herkunft, Geschlecht, Konfession und Migrationsprobleme betreffen, oft eine Flut von Beleidigungen und politisierten Trollbeiträgen statt ausgewogener und konstruktiver Kritik zur Antwort erhielten, da derartige Beiträge bei einem breiteren Publikum Resonanz finden würden.

    Die überwiegende Mehrheit dieser Kommentare sei offen rassistischer Art. Solche Beiträge würden keinerlei konstruktive Diskussion fördern, sondern Leser wie Journalisten nur aufregen und reizen, erklärte die Zeitung weiter.

    Der unabhängige Journalist Martin Summers meint dazu, eine Einschränkung der Äußerungsmöglichkeit bei Medien im Internet sei ein Zeichen der Zeit und die Redefreiheit in den liberalen Medien tatsächlich ein sehr dehnbarer Begriff. „Diese Themen sind so brisant, dass es schwer ist, ihre Erörterung in öffentlichen Medienforen zu kontrollieren.

    Die Wurzel des Problems ist, dass diese angeblich freien Diskussionsplattformen in Wirklichkeit nicht frei sind. Die Redaktion des  Guardian muss als Moderator auftreten. Das erfordert wahrscheinlich spezielle Mitarbeiter mit Vollzeitstellen, die alle diese Mitteilungen lesen und entscheiden müssen, ob sie für eine Publikation problematisch sind oder nicht.

    Die Tatsache, dass sich eine so liberale Ausgabe wie The Guardian zu einem solchen Schritt entschlossen hat, sagt eindeutig etwas über die Situation in diesem Bereich aus. Die Rechten werden natürlich sagen: ‚Schaut nur, sie wollen diese Fragen gar nicht diskutieren!‘ Wenn man sich aber andererseits die Diskussionsforen anschaut, die die Vertreter der rechten Kräfte moderieren, so findet man dort jedoch ebenso Themen, die diese wiederum nicht erörtern wollen“, so  Summers gegenüber dem TV-Kanal RT.

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    Tags:
    Journalisten, Rassismus, Migranten, Medien, Presse, Pressefreiheit, Guardian, Martin Summers