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    Ukrainischer Botschafter brüskiert: Fifa-Atlas aus Tschechien druckt russische Krim

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    Der tschechische Otto-Verlag hatte einen Fußballweltatlas gedruckt, in dem die Krim als Territorium Russlands abgebildet ist. Die ukrainische Botschaft in Prag reagierte empört und verlangte eine Korrektur, wie die Agentur ČTK mitteilt.

    Der im November erschienene Atlas informiert über alle 209 FIFA-Mitgliedsstaaten. Die Krim hat die gleiche Farbe wie Russland, außerdem gehört die Halbinsel auf der Hauptweltkarte nicht mehr zur Ukraine.

    Der ukrainische Botschafter in Tschechien, Boris Sajtschuk, hat sich an den Verlag gewandt und verlangt, das ukrainische Territorium den Normen des Völkerrechts entsprechend anzupassen. Die Veröffentlichung einer Karte ohne die Krim als Territorium der Ukraine verstößt laut dem ukrainischen Chef-Diplomaten gegen das Völkerrecht und missachtet die allgemeine Position der EU-Länder, die die Besetzung der Halbinsel durch Russland nicht anerkennen.     

    Der tschechische Verlag hat zu dem „Vorfall“ Stellung genommen und den angeblichen Fehler dem verantwortlichen Kartographen zugeschrieben. Dieser soll gleichzeitig an einer Monographie über die Ukraine gearbeitet und „aus Versehen“ eine historische Karte genommen haben, wo die Krim noch zu Russland gehöre. Welche Zeitperiode das gewesen sein soll, wird jedoch nicht präzisiert.

    Die Krim hatte seit 1783 zu Russland gehört, bevor der damalige sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow 1954 die Halbinsel symbolisch von der Russischen Sowjetrepublik an die Ukrainische Sowjetrepublik – beide im Bestand der Sowjetunion – „verschenkte“. Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Dezember 1991 blieb die von russischen Einwohnern dominierte Krim automatisch in der Ukraine.


    Im März 2014 trat die Krim wieder Russland bei, nachdem die Bevölkerung der Schwarzmeerhalbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Der Anlass für das Referendum war der Februar-Umsturz in der Ukraine, den die meisten Krim-Bewohner nicht anerkannt haben. Die Regierung in Kiew betrachtet die Krim weiter als ukrainisches Gebiet.

     

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    Tags:
    Boris Sajtschuk, Tschechien, Krim, Russland