00:37 28 Juni 2017
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    Frankreichs Präsident Francois Hollande bei Agrarmesse in Paris

    Französische Bauern buhen Hollande aus Medien

    © REUTERS/ Benoit Tessier
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    Der französische Präsident François Hollande ist auf der Pariser Landwirtschaftsmesse mit Pfiffen und Beschimpfungen empfangen worden. "Tritt zurück", "Nichtsnutz", "Mistkerl" und "Idiot" riefen die Landwirte am Samstag, wie der Nachrichtensender France Info am Samstag nach Angaben von SPIEGEL Online berichtete.

    Die neuntägige Messe im Süden der französischen Hauptstadt ist traditionell ein wichtiger Ort für Parteien und Präsidentenkandidaten, um die Sympathien der Landbevölkerung zu gewinnen. Das hat ganz offensichtlich nicht geklappt.

    Frankreichs Bauern protestieren seit Monaten gegen die niedrigen Preise in der Landwirtschaft. 2015 hatten sich Milch, Rind- und Schweinefleisch stark verbilligt. Wegen Sanktionsbeschlüssen gegen Russland fielen Exporteinnahmen weg, auch die Nachfrage aus China brach ein. „Unser Geschäft ist bedroht durch russischen Lebensmittel-Lieferstopp, den Moskau als Antwort auf westliche Sanktionen eingeführt hatte“, hieß es in einer Erklärung der Farmer nach Angaben der Agentur Reuters.

    Hollande antwortete direkt auf die Beschimpfungen und die Buhrufe und Pfiffe gegen ihn: "Ich habe die Hilferufe gehört." "Wenn ich heute hier bin, dann um nationale Solidarität zu zeigen." Es werde "alles getan", um den Landwirten zu helfen.

    Nur wenige Stunden nach der Eröffnung des "Salon de l'Agriculture" wurde außerdem der Stand des französischen Agrarministers Stéphane Le Foll von Demonstranten des Bauernverbandes FNSEA zerstört. Wie der Verband mitteilte, wurden zwei Landwirte festgenommen.

     

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    Tags:
    François Hollande, Proteste, Agrarmesse, Paris, Frankreich