11:57 23 April 2019
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    US-Regierungssprecher Josh Earnest

    Weißes Haus: Christenmord in Nahost ist kein Genozid

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    Die USA sind laut dem Pressesprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, nicht bereit, die systematische Vernichtung der Christen im Irak und in Syrien durch die Terrormiliz IS als Völkermord anzuerkennen.

    „Dieser Terminus (Vökermord oder Genozid – Anm. der Red.) hat für meine Begriffe eine sehr eng bestimmte juristische Bedeutung, die gegenwärtig nicht anwendbar ist. Mit aller Aufrichtigkeit erklären wir, dass die Handlungen des IS die Reaktion verdienen, die die internationale Gemeinschaft aktuell an den Tag legt. Zu diesen Handlungen gehören auch die Angriffe auf religiöse Minderheiten, einschließlich der Christen“, so Earnest in einer Pressekonferenz. 

    Am 24. Februar hatte US-Außenminister John Kerry erklärt, dass er „zusätzliche Untersuchungen“ in die Frage durchführe, ob die Vernichtung der Christen in der Region als Völkermord bezeichnet werden könne. 

    Früher hatte er dem Sender Fox News mitgeteilt, dass die Zahl der Christen im Irak seit 2003 von 1,5 Millionen auf 275.000 zurückgegangen sei, und vor ihrem völligen Verschwinden in der Region gewarnt. 

    Aus einem im Januar veröffentlichten UN-Bericht geht hervor, dass die Handlungen des „Islamischen Staates“ gegen die Zivilbevölkerung in den eroberten Gebieten als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden können, in einigen Fällen auch als Völkermord. 


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    Tags:
    Völkermord, Genozid, Christentum, Weißes Haus, Josh Earnest, Irak, Syrien, USA