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17:15 19 Oktober 2019
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    Der Todespilot Andreas Lubitz

    Selbstmordpilot Lubitz sollte zwei Wochen vor Tragödie psychiatrisch behandelt werden

    © AP Photo / Michael Mueller
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    Ein Arzt hatte dem Germanwings-Piloten Andreas Lubitz zwei Wochen bevor dieser sein Flugzeug mit 149 Passagieren an Bord an einer Bergwand der Alpen zerschellen ließ, zu einer stationären psychiatrischen Behandlung geraten, wie die Ausgabe „Wall Street Journal“ mitteilt.

    Ende März 2015 war der Airbus A320 der deutschen Fluggesellschaft Germanwings im Südosten Frankreichs abgestürzt. Alle Passagiere und die Crew – 150 Personen — fanden dabei den Tod. Die Aufzeichnungen der Blackbox verweisen darauf, dass diese Tragödie das Ergebnis absichtlicher Handlungen des Copiloten – des deutschen Staatsbürgers Andreas Lubitz – gewesen sei.

    Die Ermittler haben herausgefunden, dass der Pilot wegen Depression bei Psychiatern und Psychologen in Behandlung gewesen sei. Allein wenige Monate vor der Tragödie habe er 41 Ärzte aufgesucht. Er habe unter Ängsten gelitten, zu erblinden, ebenso unter Schlaflosigkeit, und er habe an Selbstmord gedacht. Viele Ärzte, so WSJ, hätten den Ermittlern mitgeteilt, Lubitz habe unter einer schweren psychischen Erkrankung gelitten, aber kein einziger von ihnen habe den Versuch unternommen,  die Fluggesellschaft zu kontaktieren oder den Piloten zur Aufgabe seines Berufs zu bewegen.

    Wie WSJ unter Hinweis auf den Entwurf des Abschlussberichts der Untersuchungsbehörde BEA mitteilt, habe der Arzt aus Befürchtungen, gegen die ärztliche Schweigepflicht zu verstoßen, seine Empfehlungen nicht den zuständigen Behörden mitgeteilt.

    In dem Abschlussbericht soll es laut WSJ um Konsequenzen für die Sicherheitsbestimmungen in der Luftfahrt gehen. Die Experten werden den Luftfahrtbehörden in ganz Europa empfehlen, diese Gesetze zu überdenken, wenn eine „Gefahr für die öffentliche Sicherheit“ bestehe. Offenbar werde die BEA auch zu einer verstärkten Beobachtung von Piloten der Zivilluftfahrt aufrufen, bei denen früher psychische Störungen diagnostiziert worden seien.

    Der Abschlussbericht  des französischen Büros der BEA zum Germanwings-Absturz in den französischen Alpen soll laut WSJ am Sonntag veröffentlicht werden.

     

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    Tags:
    Andreas Lubitz, Deutschland