00:48 25 April 2017
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    Mit Klopapier gegen Ukraine-Assoziierung: Niederländer agitieren vor Referendum

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    Im Rahmen einer witzigen Kampagne vor dem kommenden Referendum zur Assoziierung mit der Ukraine im April haben Niederländer ein Klopapier bekommen, auf dem Gegenargumente aufgelistet sind. Die Aktion wurde von der holländischen Firma „Raspoetin BV“ veranstaltet.

    Für das anti-ukrainische Klopapier hatte die „Raspoetin BV“ etwa 48.000 Euro bekommen. Diese Summe wurde für Herstellung, Transport und Verbreitung ausgegeben.

    „Dieses Abkommen ist Scheiße, es braucht ein Klopapier“, sagte der Vertreter der Firma Ruben Marsman.

    Laut Gesetz dürfen verschiedene Firmen und Privatpersonen Staatsgeld für Agitationsaufgaben erhalten.

    Der Veranstalter der Aktion hat auch dem holländischen Finanzminister eine Papierrolle übergeben, der daraufhin sagte, es sei ihm peinlich, dass in den Niederlanden Geld für Klopapier ausgegeben werde. Weiter 100.000 Rollen wurden an öffentlichen Orten an Menschen verteilt.

    Am 6. April 2016 soll in den Niederlanden ein Volksentscheid über die Ratifizierung des Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine stattfinden. Sollte die Mehrheit der Bürger gegen die frühere Entscheidung der Regierung  stimmen, wird diese gezwungen sein, die Ratifizierung rückgängig zu machen.

    Aus einer Umfrage des Zentrums I&O Research, an der 2.500 Befragte beteiligt waren, geht hervor, dass mehr als 57 Prozent der Niederländer mit „nein“ stimmen wollen.

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    Tags:
    Referendum, Assoziierungsabkommen, Europäische Union, Ukraine, Niederlande