03:33 05 Juni 2020
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    Der Oberste Gerichtshof des US-Bundestaats Ohio hat beschlossen, dass eine Todesstrafe auch zum zweiten Mal vollstreckt werden darf, wenn der erste Hinrichtungsversuch erfolglos blieb, schreibt die Zeitung „The Guardian“.

    Der 59-jährige Romell Broom wurde zum Tode verurteilt, nachdem er 1984 ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt und getötet hatte. Das Todesurteil hätte noch 2009 vollstreckt werden sollen. Doch das Personal konnte bei ihm keine brauchbare Vene für die Todesspritze finden.

    Nach zwei Stunden vergeblicher Suche hatte der Gouverneur des Bundesstaats selbst angeordnet, die Hinrichtung abzubrechen. Wie Broom selbst sagte, habe man ihm mindestens 18 Nadeln hineingesteckt. Der Schmerz sei so unerträglich gewesen, dass er heulen und schreien musste.

    Seine Anwälte hatten behauptet, eine erneute Hinrichtung würde einer Doppelbestrafung für dasselbe Verbrechen gleichkommen. Das Gericht wies dies jedoch zurück: Es liege keine Doppelbestrafung vor, da das Gift nie ins Blut des Verurteilten eingespritzt worden war.

    Ein neuer Termin für die wiederholte Hinrichtung ist der Zeitung zufolge noch nicht festgesetzt worden. Da das Urteil angefochten werden kann, könnten bis zur zweiten Vollstreckung noch Jahre vergehen. Ohio hat derzeit etwa 24 Todeskandidaten mit festgesetzten Terminen, doch der Bundesstaat hat keine tödlichen Medikamente vorrätig.

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    Tags:
    Gericht, Todesstrafe, Ohio, USA