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    Absturz der Boeing-737-800

    Schlechtes Wetter oder menschliches Versagen? Versionen zum Boeing-Absturz in Rostow

    © Foto: Katastrophenschutzministerium Russlands
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    Boeing-Katastrophe in Rostow am Don (18)
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    Das Ermittlungskomitee Russlands hat drei Versionen zur Ursache des Absturz der Boeing 737-800 in Rostow am Don: technischer Defekt, schlechte Witterungsbedingungen oder menschliches Versagen.

    Die Rettungskräfte haben die beiden gefundenen Flugschreiber zur Entschlüsselung übergegeben. Nach Angaben des Ermittlungskomitees hat der Pilot den ersten Landeversuch abgebrochen und ist dann zwei Stunden lang über der Region gekreist. Beim zweiten Anflug erfasste die Maschine den Boden und zerschellte.

    Die Wetterbedingungen in Rostow am Don waren sehr schwierig gewesen: Die Windstärke hatte 22 m/s erreicht und es hatte geregnet. Das schlechte Wetter könnte die Hauptursache für den Absturz gewesen sein, so der Chef des Verkehrsausschusses der Staatsduma, Jewgeni Moskwitschew.

    „Das Flugzeug war nagelneu. Dass es vorher zwei Stunden in der Luft gekreist war, und dass vor ihm andere Maschinen zu anderen Flughäfen geflogen waren, zeugt davon, dass der Wind zu stark war“, so Moskwitschew.

    Die Fluggesellschaft FlyDubai teilt jedoch die Meinung, dass die Boeing wegen des schlechten Wetters nicht landen konnte, nicht. „Wenn das Wetter ungünstig gewesen wäre, wäre das Flugzeug gar nicht erst abfgeflogen“, sagte der Exekutivdirektor von FlyDubai. Er bestätigte auch, dass die Maschine neu war: Sie wurde  2011 gebaut. Der Pilot soll zudem sehr große Erfahrung gehabt haben. Die Fluggesellschaft hat einen Bombenanschlag jedoch ausgeschlossen.

    Ein anderer Grund konnte menschliches Versagen gewesen sein, sagte der Flugexpert Roman Gussarow. Möglicherweise hat die Crew die falsche Entscheidung getroffen, trotz der schweren Bedingungen zu landen und dabei einen Fehler bei der Steuerung gemacht.

    Der Experte vermutet zudem, dass man dem Piloten vorgeschlagen hatte, auf einem Ausweichflugplatz zu landen. Wenn der Pilot versteht, dass er das Flugzeug nicht landen kann, dann schlägt der Lotse immer eine Alternative vor.

    „Was kann man dem Flughafen denn vorwerfen? Die Entscheidungen werden vom Piloten selbst getroffen“, so Gussarow.

    „Der  Pilot entscheidet selbst, ob er das Flugzeug landen wird oder nicht“, sagte die Vertreterin des Flughafens in Rostow am Don, Olga Ladeitschikowa.

    Die Ermittler untersuchen derzeit die Angaben der beiden Flugschreiber. An den Ermittlungen werden auch Experten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, den USA und Frankreich teilnehmen.

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    Blackbox, Ermittlung, Absturz, Rostow am Don, Russland
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