03:02 22 November 2019
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    Fall Lisa: Verfahren gegen russischen Reporter in Berlin eingestellt

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    Im Fall der angeblichen Vergewaltigung der 13-jährigen Lisa aus Marzahn hat die Berliner Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge das Ermittlungsverfahren gegen den russischen Fernsehjournalisten Ivan Blagoy wegen Volksverhetzung eingestellt.

    Blagoy, der in Berlin für den russischen Staatssender „Pervyj kanal“ arbeitet, hatte im Januar über den angeblichen Vergewaltigungsfall berichtet. Daraufhin zeigte der Konstanzer Rechtsanwalt Martin Luithle den russischen Reporter wegen Volksverhetzung an.

    Das Verfahren sei eingestellt worden, weil „nach Auswertung des in Rede stehenden Berichts des Beschuldigten für das russische Fernsehen nebst Übersetzung des Inhalts des Berichts vom Russischen ins Deutsche kein hinreichender Tatverdacht gegen den Beschuldigten besteht“. So heißt es in einem Schreiben der Staatsanwaltschaft vom 7. März an Luithle, aus dem die „Berliner Morgenpost“ zitiert. Demnach ließ sich die Staatsanwaltschaft auch nicht davon überzeugen, dass Blagoy mit Vorsatz handle, wie Luithle in einem zusätzlichen Schriftsatz an die Staatsanwaltschaft formulierte.

    Eine 13-Jährige aus einer deutsch-russischen Familie war am 11. Januar vermisst gemeldet worden. Am Tag darauf wurde sie auf der Straße aufgefunden. In seiner Reportage berichtete der russische Journalist Blagoy unter Verweis auf Familienangehörige, das Kind sei von drei Migranten entführt und mehrfach vergewaltigt worden. Die Polizei bestritt das.

    Laut dem Anwalt Roman Igler, der die Interessen der Familie vertritt, hatte das Mädchen, als es wieder zu Hause war, starke Hämatome am Körper. „Wir wissen nur: Das Kind war 30 Stunden in den Händen von Personen, die es misshandelt haben“, teilte der Anwalt damals Medien mit.

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