11:36 24 Juni 2019
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    U-Bahn-Station Komsomolskaja

    "Reif für UNESCO-Liste des Welterbes": Schau zu 80 Jahren Moskauer Metro

    © Foto : David Burdeny
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    Die Moskauer Metro bleibt auch heute ein Achtes Weltwunder, meint Irina Korobjina, die Direktorin des Schtschussew-Architekturmuseums, das die 80-jährige Geschichte der Moskauer Metro präsentiert.

    „Die U-Bahn in den anderen Hauptstädten der Welt – die Berliner, die Pariser und die Londoner, die seinerzeit ein technisches Wunder gewesen ist, hat sich heute nun in ein günstiges Verkehrsmittel verwandelt“, sagte sie in einem Sputnik-Interview. Sie hofft, dass das Ensemble der Hauptstationen in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen wird.

    In den 1930er Jahren stellte der staatliche Auftraggeber den Architekten die Aufgabe, „Paläste für das Volk“ zu schaffen.

    „Die erste Bauetappe zielte darauf ab, unterirdische architektonische Meisterwerke zu schaffen. Die Menschen fuhren in diese erstaunliche unterirdische Welt aus der realen Welt hinab, wo das Land tragische Seiten seiner Geschichte erlebte, und glaubten, dass sie der Zug in eine lichte Zukunft bringen werde.“

    „In der Architektur der Metro sehen wir sakrale Räume, die nicht nur an ein Gotteshaus erinnern, sondern auch jene Gefühle wecken, die wir dort empfinden“, so Korobjina. „Das Licht, das sich in den großartigen Kristall-Kronleuchtern bricht, der hohe blaue Himmel in der Station ‚Oktjabrskaja‘, schon ganz zu schweigen von der Station ‚Nowoslobodskaja‘, deren Buntglasfenster an ein katholisches Gotteshaus erinnern.“

    Die erste Baustufe der Metro über 11,5 Kilometer verband 13 Stationen miteinander. Sie wurden am 15. Mai 1935 alle gleichzeitig eröffnet. Dabei wurde bei den nicht tief liegenden Tunnelabschnitten die „Berliner“  offene Bauweise angewandt. Die im Stadtzentrum gelegenen Stationen wurden nach der „geschlossenen“ Bauweise errichtet.

    • Moskauer Metro
      Moskauer Metro
      © Sputnik / Andrei Rudackow
    • Moskauer Metro
      Moskauer Metro
    • U-Bahn-Station Taganskaja
      U-Bahn-Station Taganskaja
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    • In Moskau wurde die neue Metrostation Slawjanski Bulwar eröffnet
      In Moskau wurde die neue Metrostation "Slawjanski Bulwar" eröffnet
      © Sputnik / Sergei Guneyev
    • Die neue Metrostation „Troparjowo“ am Ende der roten Linie im Südosten der Stadt wurde eröffnet
      Die neue Metrostation „Troparjowo“ am Ende der roten Linie im Südosten der Stadt wurde eröffnet
      © Sputnik / Vitaly Belousov
    • Bau der Metrostation Seligerskaja der Ljublinsko-Dmitrowkaja Linie der Moskauer Metro
      Bau der Metrostation "Seligerskaja" der Ljublinsko-Dmitrowkaja Linie der Moskauer Metro
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    • Öffnung der Exposition 150 Jahre Moskauer Zoo in der Galerie Metro.
      Öffnung der Exposition "150 Jahre Moskauer Zoo" in der Galerie "Metro".
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    Moskauer Metro

    „Die Metro hat viele Baudenkmäler vor der Vernichtung bewahrt“, unterstrich die Museumsdirektorin. „Wäre nicht diese U-Bahn gewesen, hätte man viel mehr Objekte des kulturellen Erbes abgerissen. Die Hauptstadt wuchs und verwandelte sich in ein Imperium des ‚siegreichen Sozialismus‘, es mussten Verkehrsaufgaben bewältigt werden, welche die Metro in enormem Maße übernommen hat.“

    Sogar während des Krieges 1941-1945 lief der U-Bahn-Bau weiter. Die U-Bahn blieb nicht nur das einzige regelmäßig verkehrende Verkehrsmittel, sie diente den Moskauern auch als Zufluchtsort bei Luftangriffen.

    Der palastähnliche Baustil der Moskauer Metro änderte sich nach 1955. Die hohe Architektur nach individuellen Projekten wurde von vereinfachten Typenprojekten abgelöst.

    „Die verschiedenen Stationen können auf unterschiedliche Art eingeschätzt werden“, fügte die Museumsdirektorin hinzu. „Wir sehen Versuche, künstlerische Aufgaben zu lösen. Doch die Zeiten hatten sich geändert. Die Design-Projekte wurden nun anders gelöst. Aber dennoch ist die Natur der Metro als Kunstobjekt lebendig.“

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    Zum Thema:

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    Tags:
    Metro, UNESCO