SNA Radio
    Panorama

    IS ändert seine Taktik: Statt Krieg im Nahen Osten mehr Anschläge in Europa – Medien

    Panorama
    Zum Kurzlink
    Kampf gegen den IS (813)
    8931
    Abonnieren

    Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ hat sich zu den Anschlägen in Brüssel bekannt, bei denen rund 30 Menschen getötet und über 200 weitere verletzt wurden. Ob weitere Terrorattacken verhindert werden können und Belgiens Sicherheitsbehörden hinreichend auf die Terrorgefahr vorbereitet sind, bleibt fraglich, berichtet das Portal „Vox“.

    Europa müsse sich auf ein Leben mit dem Terror einstellen, mahnt das Nachrichtenportal. Denn der „Islamische Staat“ habe seinen Vorteil gegenüber anderen Terrororganisationen – die Staatlichkeit – eingebüßt. Neuesten Schätzungen des Nachrichtenportals „IHS Jane´s 360“ zufolge hat der IS seit Januar dieses Jahres 22 Prozent seiner Gebiete in Syrien und dem Irak verloren, so Vox. Da der Traum von einem islamischen Staat ausgeträumt sei, habe die Terrororganisation nach einem effektiven Ersatz suchen müssen.

    Die Terroranschläge seien solch ein Ersatz. Je mehr Gebiete der IS abtreten müsse, desto häufiger werde die Organisation Anschläge verüben, um „irgendwie auf sich aufmerksam zu machen und die Schlagzeilen zu bestimmen“, schreibt das Onlineportal. Dabei werden eben die Zivilbevölkerung und nicht – wie bei Al-Qaida – strategische Objekte zur Zielscheibe des IS-Terrors. Attacken auf friedliche Bürger seien weniger aufwendig, forderten jedoch mehr Opfer. 

    Mehr zum Thema: MdB Hunko: „Brüsseler Anschlag zielt auf die EU“

    Dabei werde, so Vox, das Kalifat unweigerlich fallen, weil die Ressourcen der Organisation schlicht unzureichend seien, um langfristig einen Staat zu regieren: Der IS sei von Gegnern umgeben, die nach seiner Niederlage trachteten. Nach dem Verlust der Staatlichkeit werde der IS zu seiner ursprünglichen Form einer durchschnittlichen Terrororganisation zurückkehren.

    Einen Teil seiner Ressourcen werde der IS zwar verlieren, doch es blieben ihm genug Mittel, um Terroranschläge zu verüben. Der IS werde also keineswegs aufhören, eine Gefahr für die Welt zu sein. Im Gegenteil, schreibt Vox: Es werde schwieriger, die Terrororganisation zu bekämpfen. Denn sie werde nicht länger das Kalifat und eine Art Staatsapparat aufrechterhalten müssen. Die Organisation werde einfach in Splittergruppen zerfallen, die gegen die irakische und die syrische Führung kämpfen und das Leben der Menschen in den Ländern gefährden wird, die gegen den Terror vorgehen.

    Explosionen am Flughafen Brüssel
    © AP Photo / Ketevan Kardava/ Georgian Public Broadcaster

    Diese Aufstände zu bekämpfen, werde nur möglich sein, wenn die sunnitischen Gebiete, die unter IS-Herrschaft stehen, befreit und der irakischen Regierung unterstellt würden. Zudem müssten die Kalifat-Gegner, die im syrischen Bürgerkrieg gegeneinander kämpfen, vereint werden. Das Ganze könne Jahre dauern, schreibt das Nachrichtenportal und empfiehlt daher einen längeren Geduldsfaden.

    Europa müsse die Phase einfach überstehen, ist Vox überzeugt. Sicherheitsmaßnahmen müssten erhöht werden, doch es dürfe nicht überreagiert werden, damit das zentrale Ziel der Terroristen – Angst und Zweitracht unter den Europäern – nicht erreicht werde, resümiert das Portal.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Kampf gegen den IS (813)

    Zum Thema:

    Europol warnt vor größter Terrorgefahr seit über zehn Jahren
    „The Daily Beast“: IS will weiter Chaos in Europa säen
    Islamischer Staat bekennt sich zu Anschlägen in Brüssel
    Terror-Attacken: Warum Brüssel und warum gerade jetzt?
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Syrien, Brüssel