12:15 31 März 2020
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    Boeing-Katastrophe in Rostow am Don (18)
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    Nach dem Absturz-Drama in Rostow am Don hat nun ein Ex-FlyDubai-Pilot in einem Brief an RT zugegeben, wegen ständiger Nachtschichten einmal buchstäblich von der Müdigkeit übermannt und zusammen mit dem Copiloten eingeschlafen zu sein: Für fast 10 Minuten sei der Jet allein per Autopilot geflogen. Damals ging es gut aus.

    „Der Flug ereignete sich in einer dunklen und ruhigen Nacht. Wir gewannen an Höhe und stiegen auf acht Kilometer hoch. Das ist das letzte, an was ich mich entsinne. Als ich meine Augen öffnete, befanden wir uns bereits mehrere Minuten auf 11 Kilometern Höhe.“, heißt es im Brief des Piloten.

    Als er sich jedoch für sein Einschlafen bei seinem Co-Piloten entschuldigen wollte, stellte er mit Entsetzen fest, dass sein Kollege ebenfalls eingeschlafen sei. Das Flugzeug sei letztlich ganze acht Minuten führerlos gewesen.

    Zuvor hätten beide Piloten eine Reihe von Nachtschichten einlegen müssen, weshalb sie beim Start bereits übermüdet und unausgeschlafen gewesen seien.

     „Unsere Vorgesetzten denken, dass wir nichts Besseres zu tun haben, als ständig nur zu schlafen und zu fliegen. Sie berücksichtigen nicht, dass wir ein Privatleben, eine Familie haben. Das führt dazu, dass wir einem erhöhten Stress und mehr Müdigkeit ausgesetzt sind“, betonte er.

    Zuvor hatten sich auch andere Piloten von Flydubai in einem Exklusivinterview gegenüber dem TV-Sender RT über eine zu hohe Arbeitsbelastung beklagt. Laut den Piloten hätten sie zu wenig Erholungszeit zwischen den Flügen, zudem habe der Pilot der in Rostow am Don abgestürzten Boeing an diesem Tag wegen Übermüdung eigentlich überhaupt nicht zur Arbeit gehen wollen.

    Die aus Dubai kommende Passagiermaschine Boeing 737-800 stürzte am Samstagmorgen in Rostow am Don ab. Das Flugzeug stürzte bei der Landung links der Landebahn wegen schlechter Sichtverhältnisse ab. Nach Angaben des russischen Zivilschutzministeriums befanden sich an Bord 62 Menschen – 55 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. Es gab keine Überlebenden.

     

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