06:57 20 Februar 2018
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    Verladung eines Güterzuges auf eine Eisenbahnfähre

    Auf Irrwegen: Ukrainischer Güterzug in China steckengeblieben

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    Ein Güterzug hat sich Anfang des Jahres aus der Ukraine unter Umgehung Russlands auf den Weg der „Seidenstraße“ nach China gemacht. Jetzt ist er wegen mangelnder Kundschaft in Mittelasien stehengeblieben, wie die Zeitung „Ekonomitscheskaja Prawda“ am Montag meldet.

    Laut Experten der Forschungsabteilung des Logistikunternehmens Zammler soll der Zug am 31. Januar sein Reiseziel, die Bahnstation Dostyk an der Grenze zwischen Kasachstan und China, erreicht haben. Der Zug stehe noch immer an dieser Station, von seiner Rückkehr könne vorläufig keine Rede sein, so die Experten. 

    „Der Zug ist nicht mit Waren beladen, weil es keine Kunden für die Warenbeförderung gibt. Darum kann der Zug seinen Rückweg nicht antreten“, so Zammler. 

    Zuvor hatte der Chef der Ukrainischen Eisenbahnen (Ukrsalisnyzi), Alexander Sawgorodny, so die „Ekonomitscheskaja Prawda“, die Rückkehr des Zuges für den 15. und 17. März angekündigt. 

    Früher war am 1. Februar mitgeteilt worden, dass sich der Zug in Kasachstan verirrt habe. Später stellte es sich heraus, dass er sich an der Bahnstation Dostyk aufhält.  Der erste Testzug auf der Strecke Ukraine-Georgien-Aserbaidschan-Kasachstan-China hatte am 15. Januar den ukrainischen Hafen Iljitschowsk (Gebiet Odessa) per Fähre verlassen. 

    Der Güterzug war durch zwei Meere – das Schwarze Meer und das Kaspische Meer – befördert worden. Der Transport nahm insgesamt 15 Tage in Anspruch. Die Waggons waren praktisch leer, um die Visaformalitäten an der Grenze zu vereinfachen. Zuerst war geplant, dass der Zug aus China über den ukrainischen Hafen Iljitschowsk in „höchstens neun Tagen“ Europa erreichen wird, anstatt „30 Tage via Russland“.

    Die Idee zur Schaffung eines Transports-, Energie- und Handelskorridors zwischen Zentral-, Südasien und Europa ohne Russland hatte der Vorsitzende der VR China Xí Jìnpíng während seines Kasachstans-Besuchs im September 2013 unterbreitet. 

    In letzter Zeit fördert China aktiv die Idee zur Nutzung seines Staatsgebiets für die Güterbeförderung im Rahmen dieses Projektes unter dem Namen „Große Seidenstraße“.

    Tags:
    Güterzug, Ekonomitscheskaja Prawda, Xi Jinping, Alexander Sawgorodny, Aserbaidschan, Georgien, Kaspisches Meer, Schwarzes Meer, Kasachstan, China, Ukraine
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